SONDERGEBIET

Autohof als Inititalzündung?

Mit Schnellimbiß, Tankstelle, Motel und Rasthof soll's losgehen im Gewerbegebiet Ostheim. Mit den Stimmen der SPD-Mehrheit öffnete das Malsfelder Parlament am Donnerstag die Zufahrt für einen Autohof.

MALSFELD • Zu schade oder nicht? Das war die entscheidende Frage, um die sich die Diskussion in der Malsfelder Gemeindevertretung am Donnerstag drehte. Ist es schade drum ein Viertel Land des ersten Bauabschnitts des neuen Gewerbegebietes bei Ostheim für einen Autohof zu verwenden oder nicht? Nein, meinte die SPD-Fraktion und stimmte für die Äderung des Flächennutzungsplanes, um ein Sondergebiet Tank- und Rastanlage auszuweisen.

Das wertvolle Land sollte besser verwendet werden, argumentierten Gemeinschaftliste Hochland-Fuldatal, CDU und FWG einmütig, wobei die Hintergründe für diese Meinung voneinander abwichen. Bei der Abstimmung enthielten sich CDU und GL. Helmut MutschIer von den Freien Wählern stimmte gegen das Sondergebiet. "Große Hausnummern aus der Industrie" habe man den Parlamentariern versprochen, erinnerte Mutschler, "die nur so Schlange stehen, um dieses Filetstückchen zu erwerben." Jetzt würde das Interkommunale Gewerbegebiet angeboten wie sauer Bier.

,,Nicht gleich anbeißen"

Als erklärter Gegner des Gesamtprojektes Mittleres Fuldatal habe er zwar Verständnis dafür, daß die Befürworter froh seien, daß sich endlich ein ernsthafter Interessent gefunden habe, sagte Dr. Johannes Heyn von der GL, aber dennoch dürfe man nicht gleich beim ersten besten anbeißen. Eine Tank- und Rastanlage sei nun wirklich nicht das, was sich das Parlament vorgestellt habe. Ein Punkt, in dem ihm Heinz Schneider (SPD) beipflichtete. Jedoch wolle seine Fraktion das Gebiet "erst einmal mit Leben erfüllen' . Die SPD habe siech die Entscheidung nicht leicht gemacht, sie sehe durchaus die Nachteile, aber eben auch die Vorteile.


Fraktionsvorsitzender Helmut Weber sprach von einer Initialzündung, die sich die Sozialdemokraten durch den Autohof erhoffen. Der solle mehr werden als nur eine Tankstelle. Immerhin sei in Rechnung zu stellen, daß Arbeitsplätze entstünden betonte Schneider, ungefähr um die einhundert. Zwar viele minderer Qualifikation "aber gerade die werden gebraucht".
Ganz anders sieht das CDU Fraktionsvorsitzender Klaus Rehs. Erste Priorität sollte sein innovative Industrie anzusiedeln, um qualifizierte Arbeitsplätze entstehen zu lassen. "Wir wollen keine flächenverbrauchenden Betriebe." Zudem bediene ein Autohof keinen neuen Markt, sondern schaffe Konkurrenz zu Unternehmen in der Umgebung, selbst zu einem am Ort, das in jüngster Zeit erheblich investiert habe. Nicht zu vergessen sei das Mehr an Lärm durch den ein- und ausfließenden Verkehr. Und das direkt bei den Ostheimern vor der Haustür, ergänzte Dr. Heyn. Hektik, Abgase und Lärm würden direkt ans Dorf geholt. Außerdem müsse man differenzieren zwischen Vollzeit-Arbeitsplätzen und 630-Mark-Jobs. Wenn schon Gewerbegebiet, dann müsse man das Land so teuer wie möglich verkaufen "und nicht für'n Appel und 'n Ei." Genau, man könne die Fläche nur einmal verkaufen, ergänzte Hilmar Dobslaw für die CDU. Wenn schon Landschaftsverbrauch, dann nur für wirklich gute Zwecke.

Lärmschutz

Eine Argumentation, die Bürgermeister Herbert Vaupel "wankelmütig" nannte. Der Markt richte sich nun einmal nach Angebot und Nachfrage. Der Autohof sei für das Leben im Gewerbegebiet nicht zu unterschätzen. Marktanalysen hätten ergeben, daß Bedarf bestehe. Weil die Verkehrszählung erst läuft, sei es "einfach verfrüht zu sagen, daß Ostheim dadurch mehr belastet wird." Richtung Norden erhalte der Ort vor der Ausfahrt Lärmschutz, versprach der Verwaltungschef.

Quelle: HNA

 

 

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
Prev Next

Gartenhaus reduziert Stromkosten umweltfreundlich

Gartenhaus reduziert Stromkosten umweltfreundlich

Gartenhaus reduziert Stromkosten und entlastet die Umwelt Die installierte Photovoltaikanlage auf dem Gartenhaus mit 5...

„Gefahr für Energiewende“

„Gefahr für Energiewende“

„Gefahr für Energiewende“ Die Südlink-Trasse ist überflüssig, sagen Felsberger Bürgerinitiative und Bürgermeister FELSBERG. Wer ja zur Energiewende...

Vorhandenes Gasnetz macht SuedLink Trasse überflüs…

Vorhandenes Gasnetz macht SuedLink Trasse überflüssig

Vorhandenes Gasnetz macht SuedLink Trasse überflüssig Die geplanten Stromtrassen stoßen auf berechtigte Ablehnung bei den Bürgern...

Windkraftgegner ohne Alternativen

Windkraftgegner ohne Alternativen

Windkraftgegner die keine Alternativen zu einer umweltverträglichen Energieversorgung bieten aber auf Zerstörung der Landschaften durch...

Zweckverband befasst sich mit Windkraft

Zweckverband befasst sich mit Windkraft

Zweckverband befasst sich mit Windkraft am Wildsberg Malsfeld. Ab dem 15. März wird das Regierungspräsidium Kassel...

Der unseriöse „Energie-Soli“ von Herr Altmaier!

Der unseriöse „Energie-Soli“ von Herr Altmaier!

Der unseriöse „Energie-Soli“ von Herrn Altmaier! Nach Planung von Hr. Altmaier soll ein „Energie-Soli“ von 1,5...

Wetter Gemeinde Malsfeld

Aktuell sind 40 Gäste und keine Mitglieder online