Gewerbegebiet Ostheim


Gewerbegebiet/Autobahnanschluss

Klemm: Warten auf Region

Das Land wartet auf ein klares Bekenntnis der Region zum Gewerbegebiet Ostheim und zum Autobahnanschluß Ostheim. Erst dann, so Verkehrsminister Lothar Klemm, könne das Land dafür aktiv werden.

MELSUNGEN/MALSFELD • Das Land stehe den Wünschen nach Ausweisung einer Gewerbefläche bei Ostheim und einem neuen Autobahnanschluß dort  „sehr aufgeschlossen“ gegenüber, warte nun aber auf eindeutige Vorschläge aus der Region, um in entsprechende Verhandlungen mit dem Bund eintreten zu können. Diese Aussage machte Hessens Wirtschaftsminister Lothar Klemm auf Anfrage der HNA bei einem Besuch in Melsungen in der vergangenen Woche.

Minister Lothar Klemm will
Signale aus der Region

Neue Situation

Die Herausnahme des Gewerbegebietes Ostheim aus der Regionalen Raumordnungsplanung sei nach den damals vorliegenden Informationen erfolgt und auch richtig gewesen. Wenn sich nun die Bedingungen änderten, werde sich das Land einer Überprüfung seiner damaligen Entscheidung nicht verschließen. Neu sei beispielsweise, daß die Stadt Melsungen auf die Nutzung ihres neuen Gewerbegebietes im Fuldatal verzichten wolle, um die Hochwassergefahr durch weitere Bodenversiegelungen nicht zu erhöhen. Klemm: „Wenn Melsungen verbindlich sagt, wir verzichten auf dieses Gewerbegebiet, um die Fläche bei Ostheim zu nutzen, ist das eine völlig neue Situation.“

Straßen streichen

Um den Autobahnzubringer von der B 83 und den neuen Autobahnanschluß finanzieren zu können, müßten aber andere Straßenbauvorhaben zurückgestellt werden. Klemm forderte die Verantwortlichen auf Umgehungsstraßen-Projekte aufzulisten, auf deren

könne. Der Minister: „Wenn dadurch Mittel frei werden, könnten sie für Zubringer und BAß-Anschluß verwendet werden“ Ob und wie die geschehen könne, müsse aber zwischen Land und Bund verhandelt werden. Eins aber machte Klemm eindeutig klar: Ohne ein klares und geschlossenes Konzept, das vom Kreisteil Melsungen vorgelegt und mit einer Stimme vertreten wird wird sich nichts bewegen. Komme ein solches Signal, werde das Land sofort VerhandIungen mit dem Bundesverkehrsminister aufnehmen, um einer Herausnahme der Variante Obermelsungen aus dem Bundesverkehrswegeplan und die Aufnahme der Variante Ostheim zu erreichen, versprach Klemm.

„Kein Grund zur Hektik“

Der Minister wies Befürchtungen zurück, daß Änderungen am Regionalen Raumordnungsplan vor dem Jahr 2000 gar nicht mehr möglich seien.Es gibt keinen Grund für hektische „Aufgeregtheiten“, sagte er. Abweichungsverfahren zur Regionalplanung seien möglich und könnten in überschaubarem Zeitraum verwirklicht werden, „wenn wir von dem überzeugt sind, was geändert werden soll“. Die Verknüpfung von Gewerbegebiet und Autobahnanschluß bezeichnet Klemm zwar als sinnvoll. Jedoch Würde der fehlende Anschluß nicht automatisch das Gewerbegebiet unmöglich machen. Aber:,,Natürlich ist der Verkehrswert des Gewerbegebietes mit Autobahnanschluß wesentlich höher."

„Warten drei Jahre“

Auch Melsungens Bürgermeister Karl-Heinz Dietzel betonte die Dringlichkeit einer Entscheidung. Zur Zeit verfüge Melsungen noch über 12 000 Quadratmeter freie Gewerbefläche. Dietzel:,,Wir können zwei bis drei Jahre auf Ostheim warten." Wenn dann keine Entscheidung gefallen sei müsse die Stadt allerdings doch auf die Flächen im Fuldatal zurückgreifen.
Der SPD-Landtagsabgeordnete Günter Rudolph verwies auf eine breite Zustimmung im Kreisteil Melsungen zu Gewerbegebiet und Autobahnanschluß. Ganz wichtig sei es jetzt, auch die Stadt Spangenberg mit in die Pläne einzubinden. Schließlich gebe es keinen Grund, Spangenberg von der Beteiligung an der Planung des Gewerbegebietes auszuschließen. Nur wenn die Region mit einer Stimme spreche, könnten die Ziele erreicht werden. Darauf müsse nun mit Nachdruck hingearbeitet werden.

Quelle: HNA

 

Autobahnanschluss

Studie empfielt Ostheim

Die Umweltverträglichkeitsstudie zu den beiden Varianten eines neuen Autobahnanschlusses bei Obermelsungen oder bei Ostheim liegt jetzt vor. Favorisiert wird vom Straßenbauamt Kassel die Variante Ostheim.

MELSUNGEN/MALSFELD
Nach dem aktuellen Stand der Dinge hat bis zum Jahr 2010 weder der Autobahnanschluß 0stheim noch ein neuer Autobahnzubringer von der Obermelsunger Sarazin-Brücke zum Bürstoß eine Chance, gebaut zu werden. Dennoch ist jetzt eine aufwendige Umweltverträglichkeits-Studie fertig geworden, die die ökologischen Auswirkungen beider Varianten untersucht hat. Wulf Heise, Leiter der Planungsabteilung im Kasseler Amt für Straßen- und Verkehrswesen, und sein Mitarbeiter Jürgen Rogacki erläuterten der HNA das Ergebnis der Untersuchung durch die Gesellschaft für Landeskultur (Bad Hersfeld). Ein Vergleich der beiden Zubringerstrecken zur Autobahn sei wegen deren Verschiedenheit aber nur bedingt möglich gewesen.

Quelle: HNA

Die nebenstehende Skizze zeigt, wie die beiden Varianten geführt werden könnten. Violett die als Südumgehung Melsungens geplante Trasse zwischen B 83 und Bürstoß, rot der neue Zubringer Ostheim.

Mit gelb sind jene Hochlandstraßen markiert, die beim Bau des Zubringers Ostheim abgestuft und teilweise zurückgebaut werden könnten. Nur wenn dies geschieht, sieht die Umweltverträglichkeitsstudie ökologische Vorteile für diese Variante gegenüber Obermelsungen. Massive Eingriffe in die Natur wären mit beiden Möglichkeiten verbunden.

Die Melsunger Vanante ist 1,5 Kilometer, die Ostheimer 5,2 Kilometer lang (siehe Karte). Untersucht wurden die zu erwartenden Auswirkungen auf Grundwasser, auf Acker- und Weidenflächen, auf den Wald und das Klima, den Erholungswert der Landschaft und ihr Tier- und Pflanzenwelt. Und natürlich die Folgen für dort lebenden Menschen, ihr Wohn- und Lebensqualität.


Das Ergebnis : Beide Varianten würden einen erheblichen Eingriff in die Natur- und Landschaft darstellen, der ausgeglichen werden müsse. Bleibt die Frage: Bei welcher Lösung sind die Ausgleichsmöglichkeiten größer? Die Antwort fällt eindeutig zugunsten von Ostheim aus, erläutert Straßenplaner Heise .

Dort könnte das gesamte Straßennetz neu geordnet werden, wenn der Autobahnzubringer vom Gut Fahre bis zur A7 gebaut würde. Zahlreich Straßen könnten stillgelegt, Böden teilweise entsiegelt und rekultiviert werden. Die Öko-Bilanz spreche daher trotz der fast dreifachen Streckenlänge für Ostheim.
Stillgelegt und künftig nur noch für den landwirtschaftlichen Verkehr, für Radler und Fußgänger nutzbar werden könnten:

  • die Landesstraße zwischen EIfershausen und Obermelsungen;
  • Die Landesstraße Ostheim -Dagobertshausen - Beiseförth, die Dörfer könnten durch Stichstraßen vom neuen Zubringer aus erschlossen werden
  • die Kreisstraße 135 zwischen Elfershausen und Malsfeld und
  • die Kreisstraße 134 zwischen Dagobertshausen und Malsfeld. Genau dies sind übrigens auch die Gründe, die Malsfelds Bürgermeister Kurt Stöhr seit nunmehr 25 Jahren für einen Autobahnanschluß 0stheim kämpfen lassen. Umgehungsstraßen für die Hochland-Dörfer nämlich würden auf einen Schlag überflüssig.
    Die Studie jedenfalls kommt zu dem Schluß, daß die Variante Ostheim nur dann ökologische Vorteile gegenüber der anderen Lösung hat, wenn die genannten Straßen rückgebaut und damit Flächen entsiegelt und renaturiert werden können.

Heise: Bei Auftrag würde die Variante Ostheim geplant

Für Wulf Reise steht nach dem Studium der Umweltverträglichkeits-Studie einddeutig fest: ,,Würden wir den Auftrag zur Planung eines neuen Autobahnanschlusse erhalten, würden wir die Variante 0stheim nehmen." Mit einem solchen Auftrag allerdings, beugt Heise etwaigen Hoffnungen vor, ist nach dem derzeitigen Stand der Dinge nicht zu rechnen.
Im Bundesverkehrswegeplan etwa ist lediglich die Variante Melsungen für den,,weiteren Bedarf' aufgeführt, 0stheim überhaupt nicht.

Da beide Varianten technisch aufwendig wären (in jeder wäre eine große Brücke über die Fulda nötig) und rund 20 Millionen Mark kosten würden, gibt es kaum Realisierungschancen. Heise:,,Das Projekt wäre so teuer, daß es kurzfristig nicht zu finanzieren ist. Selbst mittelfristig, also für die nächsten 15 Jahren, wär es kaum möglich." Außer: Es wird eine politische Entscheidung zugunsten eines Autobahn-Anschlusses Ostheim getroffen und die Finanzierungsfrage zwischen Bund und Land für den Zubringer von der Bundesstraße 83 würde geklärt. Dann könnte es unter Umständen auch schneller
gehen.

VERKEHR

Prognose: Aufkommen von heute auch noch in 2010

Wenn sich besonders Melsungen durch den Bau eines neuen Autobahnanschlusses eine Entlastung des innerstadttstädtischen Verkehrs verpricht, so erhalten diese Hoffnungen durch die Untersuchungen des Straßenbauamtes Kassel einen Dämpfer: Egal, welche Variante gebaut würde: Im Jahr 2010, so die Prognose, wär lediglich eine Zementierung der heutigen Verkehrsbelastung erreicht, kein spürbares Sinken des Verkehrsaufkommen, erläuterte Jürgen Rogakki und nannte einige Beispiele:
Ohne neuen BAB-Anschluß werden im Jahr 2010 auf der B 83 zwischen Melsungen und den Pfieffewiesen täglich rund 21 000 Fahrzeuge unterwegs sein, mit neuem Anschluß wären es rund 15 000- etwa soviel wie heute. Auf der Nürnberger Straße in Melsungen wären ohne Zubringer 24 000, mit Zubringer 19 000 Fahrzeuge, auf dem heutigen Autobahnzubringer, der B 253, wären es ohne 17 000, mit neuem Zubringer 12 000.


Eine wirklich spürbar Minderung würde es lediglich im Schwerverkehr geben. lm Jahr 2010 würden nach der Prognose täglich zwischen 8000 und 11 000 Fahrzeuge über den neuen Zubringer zum Anschluß Ostheim durchs Hochland rollen. Heises Fazit: ,,Ein neuer Autobahnanschluß mit dem entsprechenden Zubringer würde nicht den erhofften
Entlastungseffekt bringen." Für unbegründet hält Heise allerding die Angnst der Spangenberger vor einem überproportionalen Anstieg des Durchgangsverkehrs, wenn der Anschluß 0stheim gebaut würde:,, Der Verkehr zwischen der A 44 zur A 7 wäre mit 1000 bis 2000 Fahrzeugen täglich relativ gering." Wer aus Richtung 0sten komme und nach KasseI will, bleibt auf der A 44, wer nach Süden wolle , steuere von Eisenach her direkt die A 7 an.


Da blieb für den von Spangenberg befürchteten Verkehr zwischen den beiden Autobahnen nur noch jene Fahrzeuge übrig,
die als ZieI und Quelle den Schwalm-Eder-Kreis haben. Zudem, so Heise, habe die B 487 zwischen Hessisch Lichtenau und Spangenberg heute mit täglich rund 300 Fahrzeugen nur die Belastung einer durchschnittlichen Landesstraße.

Letzte Chance

Wer sich mit dem neuen Autobahnanschluß Ostheim beschäftigt, läuft Gefahr, eine seit inzwischen 25 Jahren geführte Gespensterdiskussion fortzusetzen. Die Chancen stehen schlecht, vielleicht wird der Anschluß nie gbaut werden.
Dennoch: Eine neue Verbindung von der B 83 zur A 7 ist die vielleicht letzte Chance, den innerstädtischen Verkehr in Melsungen vor dem Kollaps zu bewahren, Alternativen sind nicht in Sicht. Selbst wenn ein neuer Zubringer nicht Verkehrsentlastungen im erhofften Umfang bringen würde: Ohne ihn wird es in den nächsten 15 Jahren furchtbar. Um wenigstens die winzige, sich derzeit bietende Chance ergreifen zu können, muß die Region an einem Strang ziehen, sollten lokale Eigeninteressen zurückstehen.


Was ist zu tun: Zuerst müßte dafür gesorgt werden, daß die Südumgehung Melsungen- sie wird inzwischen von der Stadt abgelehnt- aus dem Bundesverkehrswegeplan herausgenommen wird. Bei dessen Fortschreibung in vier Jahren müßte Ostheim in den vordringlichen Bedarf aufgenommen werden. Damit der Anschluß Ostheim über überhaupt gebaut werden kann, muß das neue Gewerbegebiet ausgewiesen werden, denn ohne den von der lndustriefläche ausgehenden neuen Bedarf läuft gar nichts.


Dann müßten Bund und Land dazu gebracht werden, sich nicht ständig gegenseitig den schwarzen Peter der Finanzierungn zuzuschieben. Vielleicht könnte dem Bund die Übernahme der Kosten dadurch schmackhaft gemacht werden, indem ihm an anderer Stelle Einsparungsmöglichkeiten geboten werden. Denkbar wäre, den heutigen Autobahnzubringer der B 253 zur Kreisstraße zurückzustufen. Schließlich könnte seine Funktion weitghend von Ostheim übernommen werden.
Und letztlich müßt in Spangenberg und Malsfeld Überzeugungsarbeit geleistet werden. Spangenbergs Angst vor einem Eckverkehr zwischen A 44 und A 7 ist nach Meinung aller Verkehrsexperten stark übertrieben. Und zwischen den Hochlanddörfern würde zwar erheblich mehr Verkehr fließen, dafür aber würden die Dörfer selbst entscheident entlastet.
Dies alles wäre ein großer politischer Kraftakt, ab er wäre den Einsatz wert.


Thomas Stier

 

Quelle: HNA

Kanonenbahn

Stöhr: Ohne Lärmschutz Nutzung nicht möglich

MALSFELD • Grundsätzlich hält Malsfelds Bürgermeister Kurt Stöhr, Befürworter des Autobahanschlußes 0stheim,ja nichts gegen die Nutzung der Kanonenhahn-Trasse für die Zubringerstraße ( siehe nebentehenden Bericht). Daß aber dann der Verkehr ehr nahe an die Wohnhäuser Malfelds heranrücken würde, wäre ihm alles ander als recht. Wenn überhaupt, so sei das nur mit gewaltigen Lärmschutzmaßnahmen denkbar, bezog Stöhr auf HNA Anfrage Stellung.

Proteste der Anlieger wären wohl unvermeidlich, wenn die  Trasse des Autobahnzubringers Ostheim auf den Gleisen durch  den Malsfelder Bahnhof (Bild) verlaufen und den Verkehrslärm direkt vor die Haustüren tragen würde. (Foto:Stier)

Zweifel äußerte der Verwaltungschef auch hinsichtlich der Nutzungsmöglichkeiten der Eisenbahnbrücke über die Fulda für den Straßenbau: "Kurz vor Kriegsende 1945 ist ein Zug dort in die Fulda gestürzt und ausgebrannt. Dabei haben die Pfeiler erheblich gelitten", äußerte Zweifel an der Standfestigkeit der Brückenpfeiler, die nach Stillegung der Kanonenbahn vermutlich nur gesprengt werden könnten. Anderseits  hält Stöhr nichts von der in Spangenberg und Malsfeld lautwerdenden Kritik, die Stadt Melsungen wolle ihre Verkehrsprobleme auf Kosten der Nachbarn lösen und forciere deshalb den neuen Autobahnzubringer.

"Globales Denken" sei hier gefragt. Sicherlich würde der Zubringer LärmbeIastungen für Malsfeld bringen, doch würde gleichzeitig die Großgemeinde auch davon profitieren. Stöhr: "Die Straße brächte Entlastungen für Dagobertshausen, Elfershausen und Beiseförth, die anders nie erreichbar wären

Die Anschlußvariante Obermelsungen würde die Verkehrsprobleme auf der B 83 nicht lösen Klar sei allerdings , daß ich die Gemeinde mit eigenen Trassenvorschlägen in die Diskssion einschalten werde. Eine Linienführung müsse gefunden werden, die ausschließe, daß allein die Menschen der  Kerngemeinde Malsfeld die Lasten einer grundlegendne Neuordnung des Verkehrs zur Autobahn tragen müßten.

Quelle: HNA

 

Autobahnzubringer

Interessenkonflikt wird deutlich

Der Interessenkonflikt um den diskutierten neuen Autobahnanschluß-Ostheim und die dann nötige Verbindungsstraße zur B 83 wird deutlicher. Die CDU-Malsfeld befürchtet hohe Belastungen für den Kernort.

MELSUNGEN/MALSFELD • Kritik an der Trassenplanung für den Zubringer zum möglichen Autobahnanschluß Ostheim kommt aus der Malsfelder CDU. Deren Vorsitzender und Kreisbeigeordneter Karl Mihm äußerte die Befürchtung, daß die Kerngemeinde Malsfeld nach Fertigstellung des Containerbahnhofs im  Herbst nächsten Jahres und eines denkbaren Baus des Autobahnzubringers von zusätzlichem  Straßenverkehr regelrecht eingekesselt werde. Dies, so Mihm, könnte sich noch verschärfen,  wenn  tatsächlich der heutige Gleiskörper der Kanonenbahn" für die neue Straße genutzt würde.

Innerhalb eines rund 1OO Meter breiten Korridors (schwarze Linie) könnte nach der Umweltverträglichkeitsstudie die Trasse für den Autobahnzubringer Ostheim verlaufen. Neu in die Diskussion kam die Möglichkeit die Trasse ab Malsfeld auf der dann stillgelegten Kanonenbahn über die Eisenbahnbrücke zur Domäne Fahre zur B 83 und dem Industriegebiet Pfieffewiesen zu führen.

Wie berichtet soll die Kanonenbahn zwischen den Melsunger Pfieffewiesen und dem Bahnhof Malsfeld  nach Fertigstellung des Containerbahnhofs stillgelegt werden. Sollte der Gleiskörper für den Autobahnzubringerringer genutzt werden würde die Trasse noch näher an die Wohnhäuser von Malsfeld rücken, was Mihm für unvertretbar hält. Er kritisierte das die Umweltverträglichkeitsstudie für den Autobahnanschluß Ostheim zum Ergebnis komme, das sie einem neuen Autobahnanschluß bei  Obermelsungen vorzuziehen sei.

Von Ostheim zur B 83 würden 5 Kilometer Natur mit hohem Erlebnis- und Erholungspotential zerschnitten, in Obermelsungen nur 1,5 Kilometer. Mihm sprach sich für eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse auf der B 83 vor Melsungen aus, aber: "Malsfeld kann nicht zum Verkehrsmittelpunkt für das Melsunger Industriegebiet werden."
In Malsfeld werden die Sorgen um wachsende Verkehrsbelastungen größer, werden auch vom SPD-Ortsverein Malsfeld geteilt, der sich bereits vor einiger Zeit gegen den Anschluß Ostheim ausgesprochen hat und damit auf Gegenkurs zum eigenen Bürgermeister Kurt Stöhr gegangen ist.


Gleichzeitig werden in Melsungen Argumente für den Autobahnanschluß Ostheim gesammelt und den Planern im Hessischen Straßenbauamt Kassel ans Herz gelegt  Ziel: Die im Bundesverkehrswegeplan aufgeführte, gleichwohl aber ungeliebte Variante Obermelsungen, die kaum eine Entlastung auf der B 83 zwischen der Kernstadt und den Pfieffewiesen bringen würde, soll keine Chance bekommen.

Quelle: HNA

„Melsunger Alternative“ in der Diskussion

Pro und Kontra gleichermaßen

Melsungen/Malsfeld (gmu). Unterschiedlich sind die Auffassungen zur jüngst in Melsungen vorgestellten Alternative, die besagt - die HNA berichtete - , daß anstelle eines Autobahnzubringers nach Ostheim möglicherweise eine Spange zwischen Me!sunger Zubringer und B 83 in Frage kommen könnte - per Tunnel und Brücke. Wenn auch die Untersuchungen durch das Straßenbauamt Kassel voraussichtlich erst im Herbst abgeschlossen sein werden, so gibt es doch bereits Meinungen: CDU und SPD in Malsfeld sind für die .,Melsunger Alternative", die dortige Bürgerinitiative und auch der Ortsbeirat des Melsunger Stadtteils Obermelsungen sind strikt gegen das Projekt.

Erhebliche Einwände

An alle im Melsunger Stadtparlament vertreten Parteien hat sich der Ortsbeirat Obermelsungen gewandt und  ,,erhebliche Einwände" geltend gemacht. Der kleine Weg an der Fulda entlang, eine Oase der Ruhe und fernab vom Verkehr, solle nun zerschnitten werden, heißt es. Artenbedrohte Tiere würden ihrer Brutstätten beraubt, und der Naturlehrpfad werde in seiner Funktion mit Sicherheit erheblich eingeschränkt. Zudem sei es eine Frage der Pietät, eine Schnellstraße in die unmittelbare Nähe eines Friedhofes zu verlegen. Darüber hinaus müsse wertvollster landwirtschaftlicher Boden geopfert werden, und die Aussiedlerhöfe inmitten ihrer Ländereien müßten sich eine Teilung ihrer Flur vor der Haustür gefallen lassen. Und schließlich werde die neue Trasse unweit des Quellschutzgebietes vorbeiführen.

Der Ortsbeirat sei der Ansicht, daß die genannten Punkte ausreichten, um dieses ,,Mammutprojekt" nicht zu verwirklichen, zumal der Eingriff in die Natur wesentlich größer sei als bei einer Trasse durch die Fuldawiesen. Verwundert sei der Ortsbeirat darüber, daß noch keiner der Umweltschutzverbände seine Stimme gegen die .,Melsunger Alternative" mit seinem Tunnel und der Fuldabrücke erhoben habe.

Große Mehrheit dafür

Mit großer Mehrheit (nur zwei Gegenstimmen) haben die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Malsfeld einen Autobahnzubringer Pfieffewiesen - Ostheim abgelehnt. Die Argumente: Die Landschaft werde auf etwa fünf Kilometern zerschnitten, mehr als zehn Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche und Hecken würden versiegelt. Ein Teil der Trassenführung sei Wasserschutzgebiet, wichtige Biotope würden zerstört, und der sich bergauf quälende Lastverkehr würde zu unzumutbaren Belästigungen in der Kerngemeinde und den Ortsteilen führen. Auch sei unverständlich, wie man in Erwägung ziehen könne, in der Nebelsenke Ostheim einen Autobahnanschluß vorzusehen. Aus Massenkarambolagen und vielen schweren Auffahrunfällen müßten Lehren gezogen werden.

Mit großer Mehrheit befürwortet wurde vom SPD-Ortsverein Malsfeld die .,Melsunger Alternative", die die Melsunger Verkehrsprobleme lösen helfen könne, ohne einseitig Malsfeld zu belasten. Eine zukunftsweisende Maßnahme sei auch die geplante Container-Bahnhof Malsfeld- Beiseförth, für den eine bereits vorgesehen Brückenerneuerung  sowie eine Anderung der Straßenführungen im Bereich des Sommerberges nötig wären.

Beruhigungstherapie

Für ,,reine Beruhigungstherapie der Malsfelder Bürger" hält die Malsfelder Bürgerinitiative gegen den Autobahnzubringer Ostheim die .,Melsunger Alternative" Für diese im ersten Anschein weniger Natur zerstörende Variante, fehlte vermutlich das Geld ,,und der Mut der Verantwortlichen". Nach Meinung der Bl sei die Ostheimer Lösung wesentlich weiter gediehen. Was solle, so fragt die Bürgerinitiative, die Ostheimer Variante, wenn es keine wirkliche Entlastung der Nürnberger Straße in Melsungen gebe, und wiso sei bisher kein Gesamtplan des Kreisausschusses mit Berücksichtigung der Verkehrswege
aus westlicher Richtung vorgelegt worden? In einer Zeit, da selbst Großstädte anfingen, ihre Umgebung zu naturalisieren werde hier fortgefahren, sie zu zerstören. Die Alternative könne nur heißen: Hände weg von der weiteren Zerstörung der Landschaft durch unsinnige Verkehrswege, dafür aber Nutzung und Erweiterung des Schienennetzes mit der Maßgabe, den Schwer- bzw. Pkw-Verkehr einzufrieren oder zu verringern. Interssante Ansätze, so die Bürgerinitiative, seien vorhanden, wie etwa der geplante Container-Bahnhof zwischen Malsfeld und Beiseförth.

Vernünftigste Lösung

Mit Erleichterung aufgenommen hat der Malsfelder CDU Gemeindeverband die Nachricht, daß das Hessische Straßenbauamt Kassel eine alternative Streckenführung zum geplanten Autobahnzubringer bei Ostheim ausarbeiten will. Das betonte gegenüber der HNA der Gemeindeverbandsvorsitzende Karl Mihm. Diese Lösung sei sicher die umweltverträglichste. Mihm erinnerte daran, daß die Malsfelder CDU sich unlängst dafür ausgesprochen habe, den Autobahnanschluß Melsungen mit in die Überlegung einer Anbindung an das Industriegebiet Pffiefewiesen einzubeziehen.

Der neue Vorschlag des Hessischen Straßenbauamtes habe auch den Vorteil, daß weniger wertvolles Land verbraucht würde. Mihm sieht in dem Vorschlag, den jetzigen Autobahnzubringer weiter als Abfahrt für den Melsunger Bereich zu nutzen, "die vernünftigste Lösung". Parallel dazu sei aber ein schneller Ausbau der B 83 am Sommerberg erforderlich.

Für Malsfeld sieht der CDU-Kommunalpolitiker bei einem verbesserten Anschluß der Kreisstraße 135 in Richtung Malsfeld an die B 83 am Sommerberg ebenfalls eine Verbesserung der Verkehrssituation. Weiterhin müsse eine Ortsumgehung für Ostheim aber auch ohne Autobahnanschluß kommen.

 

Quelle: HNA

 

 

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