Gewerbegebiet Ostheim

Verkehrsuntersuchung für · Autobahnanschluß Ostheim / Posch:

"Zahlen zeigen Notwendigkeit"

Malsfeld/Melsungen (1). Der Autobahnanschluß bei Ostheim sei notwendig, ,,das zeigen die Zahlen," betonte Staatssekretär Dieter Posch (FDP) aus dem Hessischen Verkehrsministerium zum jetzt vorliegenden Ergebnis einer Verkehrsuntersuchung des Straßenbauamtes Kassel. Bis zum Jahr 2000 sei eine Zunahme des Verkehrsaufkommens für das Gebiet Malsfeld/Melsungen von 13 Prozent zu erwarten, sagen die Straßenplaner voraus. Zwischen knapp 7000 und 8600 Kraftfahrzeuge könnten über den neuen Anschluß an die A 7 aus diesem Raum herausgezogen werden.

IN DIESEM "UNTERSUCHUNGSRAUM" (schraffiertes Gebiet) könnte der Zubringer zu einerneuen Autobahnanschlußstelle bei Ostheim liegen, so Günter Raubert als Leiter der Gruppe Straßenbau im Hessischen Verkehrsministerium. Ermittelt werden soll, wo die geringsten Konflikte mit Flora und Fauna zu erwarten sind. Konkrete Pläne für eine Trasse gebe es jedoch bisher keine.

Ortsdurchfahrt Melsungen jedenfalls im Jahr 2000 nicht mehr zu verkraften, so die Prognose, die den Melsungern vornehmlich den Anliegern der B 83- allerdings auch keine Entlastung verspricht. Ein weiterer Autobahnanschluß bei Ostheim könne lediglich das generelle Anwachsen des Verkehrsaufkommens kompensieren, die Belastung der Nürnberger Straße würde auch dann noch bei über 20 000 Fahrzeugen pro Tag liegen. Für diese wird eine Verlegung parallel zu dem A·7·Anschluß vorgeschlagen.

50 Prozent mehr

Profitieren könnten von einem weiteren Autobahnanschluß die Anlieger der Fritzlarer Straße in der Bartenwetzerstadt, für die ein gegenüber heute um 50 Prozent höheres Verkehrsaufkommen mit 5000 bis 6000 Kraftfahrzeugen pro Tag vorausgesagt wird, das auf rund 3500 1 Kraftfahrzeuge reduziert werden könnte. Erhebliche Entlastungen sagt die Untersuchung des Straßenbauamtes für den Raum Malsfeld und hier insbesondere für die Landesstraße 3221 in Obermelsungen Elfershausen ( Reduzierung von 3000 auf 1000 Kfz) und Dagobertshausen voraus. Auch der Verkehr auf der Landesstraße zwischen Beiseförth und Dagobertshausen solle von derzeit 1500 auf 500 Fahrzeuge sinken.

Umgehung Ostheim

Für Ostheim wird beim Bau eines Autobahnzubringers vor der Tür eine Ortsumgehung gefordert. Schließlich ist zu erwarten, daß nicht allein aus Richtung Morschen und Melsungen sowie Felsberg der Verkehr zum neuen Zubringer fließen würde, sondern auch aus und in Richtung Homberg. Das langjährige Problem der Ostheimer, die an der sogenannten "Beamtenlaufbahn" zwischen Melsungen und Homberg liegen, könnte auf diese Weise gelöst werden. Das Verkehrsaufkommen auf dieser Verbindung zwischen den Mittelzentrum Melsungen und Homberg werde durch die ,,wachsenden Verflechtungen", so die Fachleute in diesem Jahrzehnt überdurchschnittlich zunehmen. Malsfelds Bürgermeister Kurt Stöhr schlägt deshalb vor, die Landesstraßen über Elfershausen und über Dagobertshausen als Gemeindestraßen abzustufen und auch zurückzubauen

Mehr als das Dreifache

Nur unwesentliche Entlastungen würde ein neuer Anschluß für den Verkehr des Melsunger Industriegebiet Pfieffewiesen bringen. Bei einem Behördentermin im Malsfelder Rathaus, an dem außer Vertretern der zuständigen Verwaltungen auch Bürgermeister Kurt Stöhr und Landrat Jürgen Hasheider und Firmenvertreter teilnahmen, wurde eine Steigerung des Ziel- und Quellverkehrs des Industriegebietes um mehr als das Dreifache angekündigt. Grundlage für diese Aussage ist der voraussichtliche Anstieg der Beschäftigten von derzeit 1265 Beschäftigten auf über 3700.

Bisher nur Vorplanung

All diese Zahlen sprechen nach Meinung des Melsunger Staatssekretärs Dieter Posch für den Bau des neuen Autobahnschlusses und damit auch eines Autobahnzubringers. Daß über letzteren schon Pläne im Kasseler Straßenbauamt liegen sollten, solche Behauptungen weist Posch mit entschiedenen Wort zurück. Es sei "schlicht und er greifend Unsinn," wenn gesagt würde, es gäbe eine Trasse. Bisher sei noch keine Linienführung ins Auge gefaßt, lediglich eine Umweltverträglichkeitsstudie sei für den gesamten Raum zwischen Malsfeld, Elfershausen und Ostheim in Auftrag gegeben worden. Mit der Planung eine konkrete Trassenführung könne erst nach Vorliegen der Ergebnisse dieser Studie begonnen werden. "Sowie etwas neues da ist, wird das Veröffentlicht," betont der Staatssekretär die angestrebte Transparenz der Planung dieses Projektes.

Quelle: HNA

Autobahnanschluß Ostheim / Ministerium sieht wirtschaftliche Notwendigkeit

Chance gezielter Strukturförderung


Malsfeld. Seit Jahrzehnten wurde sie gefordert, ohne daß sich etwas bewegte. Jetzt ist sie mit eine Fülle neuer Argumente neu im Gespräch: Eine Anschlußstelle an die Autobahn A7 (Hannover-Kassel-Würzburg) bei Ostheim (Schwalm-Eder-Kreis). Zwischen den bestehenden Anschlußstellen Homberg/Efze und Melsungen soll sie dort entstehen, wo es früher einmal eine behälfsmäßige Auf- und Abfahrt gab.

Die große Chance einer gezielten Strukturförderung im Intresse des Umweltschutzes wegen des Entlastungseffekts sehen Ludwig Georg Braun, Vorstandssprecher der B. Braun Melsungen  AG und Vizepräsident der Industri- und Handelskammer Kassel. Malsfelds Bürgermeister Kurt Stöhr und Manfred W. Grässel, Hauptgeschäftsführer der Edeka Handelsgesellschaft Hessenring GmbH Kassel-Gießen, übereinstimmend. Sie setzen sich für die neue Anschlußstelle ein.

Den möglichen Anschluss an die Autobahn A7 bei Ostheim, den neuen Zubringer von und nach Melsungen sowie die Umgehung Ostheim zeigt die schwarze Linie. Die Straßen, die in der Zeichnung mit Punkten dargestellt sind. Die Straßen, die in der Zeichnung mit Punten dargestellt sind, könnten anschließend zurückgestuft werden. (m.s./Skizze: Atelier Weber)

FDP Politiker Braun hat das an FDP Minister Schmidt so formuliert: Er erwarte, daß die Landesregierung ihren Zielsetzungen der Wirtschaftsförderung im zonenrandnahen Gebiet endlich auch politisches handeln folgen läßt. Schmidts Pressesprecher Thomas Pier auf Anfrage unserer Zeitung: Wir sehen die wirtschaftliche Notwendigkeit dieses Autobahnanschlusses, können aber keinen Ergebnissen von Untersuchungen vorgreifen. Hintergrund der Initiative: Im Melsunger Industriegebiet Pfieffewiesen arbeiten nach Angaben des Melsunger Bürgermeisters Dr. Erhart Appell bereits mehr als 1200 Menschen und mehrere Firmen würden weiter expandieren.

Zudem würde beim Bau des Zubringers nach den Worten von Bürgermeister Stöhr kaum Landschaften verbraucht, weil wir uns größtenteils auf alten Bahntrassen bewegen (siehe Skizze). Auch Melsungens Bürgermeister Dr. Appell sieht in der neuen Anschlußstelle eine sinnvolle Sache. Sie wäre nicht nur für das Industriegebiet von Vorteil. Melsungen würde vom störenden Durchgangsvekehr entlastet, die Kreisstadt Homberg wäre besser erreichbar. Weitere Punkte, die nach Ansicht der Befürworter für das Projekt sprechen:

  • Braun Melsungen - mit 14.000 Mitarbeiter weltweit in der Medizintechnik aktiv - investiert ein halbe Milliarde Mark. Ludwig Braun zufolge schaffe dies 1200 neue Arbeitsplätze. Abgesehen von der Produktionserweiterung entstehe ein europäisches Warenverteilerzentrum. Braun hat die Bundesbahn vorgeschlagen, in Malsfeld den für die Region zentralen Güterbahnhof zu errichten.
  • Edeka Melsungen ist die Zentrale für den Raum zwischen Frankfurt, dem Harz und dem Rothaargebirge. Von zur Zeit 30 Zentralen im Bundesgebiet bleiben laut Grässel etwa zehn übrig, darunter Melsunge ( 600 Mitarbeiter). 104 Mio. DM wollen Edeka bis 1990 in der Region investieren. In Melsungen entsteht ein neues Fleischwerk für 21 Mio. DM.
  • Frischdienst und Tiefkühlkost - zur Zeit noch ab Kassel würden, so Grässel, nach Melsungen verlegt. Dies bedeute ab 1989/90 rund 150 Lkw-Fahrten pro Tag mehr. Zur Zeit liefern jeden Tag 210 Lkw Waren an. 90% würde, so Grässel die Anschlußstelle Ostheim benutzen. Hinzu kommen 200 Fahrten der Edeka-eigenen Lastzüge. 50 % würden Ostheim benutzen. Wenn die Verkehrsverhältnisse so bleiben, würde es eine Verkehrs-Katastrophe werden, glaubt Grässel.
  • Die Einbindung der Wildsberg-Quelle in einen Hamburger Getränkeverbund, die geplante Inbetriebnahme der Bad Pyrmonter Sprudelfabrik in Malsfeld, sowie eine geplante ADAC-Sicherheitsanlage seien weitere Argumente für den zusätzlichen Anschluß.
Quelle: HNA

Nur SPD-Mehrheit stimmte zu

Nur mit den Stimmen der SPD-Mehrheit segnete das Malsfelder Parlament die Flächennutzungsplan- Änderungen in der Gemarkung Ostheim ab, die den Weg frei machen fürs Gewerbegebiet.

MALSFELD • Helmut Mutschler machte es kurz: "Da ich gegen das gesamte Gewerbegebiet bin, werde ich auch diese Punkte ablehnen. " Der Gemeindevertreter der Freien Wähler war in der jüngsten Sitzung des Malsfelder Parlaments nicht als Einziger gegen die Flächennutzungsplanänderungen in der Gemarkung Ostheim. Aber er war der Einzige, der sich so kurz fasste. Die Debatte über vier Punkte, die - wenn sie nicht das Gewerbegebiet zum Hintergrund hätten - als Regularien sozusagen nur abgehakt werden müssten, dauerte über eine volle Stunde.

Auf diesen Flächen bei Ostheim will der Zweckverband interkommunales Gewerbegebiet Mittleres Fuldatal 'neue Industrie ansiedeln. Bisher ist  allerdings nur der Bau eines Autohofes auf einer Sonderfläche konkret. Von weiteren Interessenten wurde jedenfalls in der Offentlichkeit noch nichts bekannt. Gelb eingezeichnet sind die geplanten Autobahnanschlüsse, ebenfalls zu sehen die Ortsumgehung Ostheim, für die bisher aber nur eine Vorplanung besteht. Die eingezeichnete Variante ist die neueste, die bisher am weitesten vom Ort wegrückt.
(Karte: Ingenieurgemeinschaft repo consult, Bad Hersfeld)

Zündstoff

Es zeigte sich wieder einmal, welcher Zündstoff in der Thematik steckt und dass die Malsfelder ihr mehrheitliches Ja zum Gewerbegebiet noch längst nicht verdaut haben . Viele alte Argumente wurden wieder aufgetischt und am Ende segnete allein die SPD mit ihrer Mehrheit die Planänderungen ab, die Voraussetzung für die Ausweisung als Gewerbegebiet sind. FWG und Gemeinschaftsliste Hochland-Fuldatal blieben wie bei allen vorausgegangenen Entscheidungen in diesem Zusammenhang beim konsequenten Nein.

Die CDU-Fraktion enthielt sich der Stimme, weil sie zwar grundsätzlich für die Ausweisung des von fünf Kommunen gemeinschaftlich betriebenen Projektes ist, jedoch die Einwände von 18 Ostheimer Bürgern erst ausgeräumt wissen wollte. Nach außen sei immer der Eindruck erweckt worden, " in Ostheim herrsche eitel Sonnenschein", kritisierte Bodo Schacht, der für die Christdemokraten nach 15-jähriger Pause wieder ins Parlament eingerückt ist, in seiner Jungfernrede. Über 18 Unterschriften von Ostheimern gegen die Planänderung könne man nicht einfach hinweggehen. Da müsse noch nachgebessert werden, forderte der Christdemokrat. Wenigstens eine mehrheitliche Übereinkunft · mit den Ostheimer Bauern müsse erzielt werden.

Zu kurze Bedenkzeit

Am 25. Januar habe er von der Unterschriftensammlung erfahren und am 9. Februar solle er schon entscheiden, bemängelte auch Schachts Kollege Hilmar Dobslaw. Das sei unmöglich. Mit den Landwirten solle erst einmal in Ruhe geredet werden. "Wir sollten erst einmal diejenigen, die es betrifft ins Boot holen." Alle müssten ihre Bedenken persönlich äußern können. Die Landwirte, unter ihnen auch Ortslandwirt Hans Paulus, hatten in ihren Schreiben an den Gemeindevorstand vor allem die Zerschneidung der von ihnen bewirtschafteten Flächen gegen die Planung der Autobahnanschlussstellen ins Feld geführt. Weitere Anfahrtswege, eine erschwerte Bewirtschaftung durch dann ungünstige Zuschnitte der Ländereien und das höhere Verkehrsaufkommen führe zu einer Verkehrswertminderung der Flächen
und damit für sie zu Vermögensverlusten.

Flurbereinigung

Über die Trassenführung sei mit den Bürgern in Ostheim diskutiert worden, hielt SPD-Sprecher Heinz Schneider der CDU entgegen. Es habe mehrere Termine mit dem Kreisbauernverband, mit der Landwirtschaft und der Geschäftsführung des Zweckverbandes interkommunales Gewerbegebiet gegeben, pflichtete Bürgermeister Herbert Vaupel (SPD) dem bei. Der Zweckverband strebe eine Flurbereinigung im betroffenen Gebiet an, damit eine einvernehmliche Lösung für die Landwirte herbeigeführt werden könne.

Deren Bedenken seien berechtigt. Doch an dieser Stelle wiege das öffentliche Interesse schwerer. Zeitgleich müsse es Ausgleichsverhandlungen geben oder Angebote über Tauschflächen. Der Verlust von potenziell landwirtschaftlich nutzbarer Fläche - noch erhöht durch möglicherweise notwendige Ausgleichsflächen in den Fuldaauen- ist das entscheidende Argument, das in den Augen der GL gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes sprach. Dr. Johannes Heyn betonte mehrfach, dass die Landwirte wenigstens Anspruch auf einen guten Preis für ihre Flächen hätten.

Verlust guter Äcker

"Dass gute Ackerflächen verloren gehen, können wir auch nicht vermeiden", schlänkte Heinz Schneider (SPD) ein. Aber die Schaffung von Arbeitsplätzen wiege schwerer. Warum gerade dort, musste er sich allerdings als Gegenfrage von Heyn gefallenlassen. Es gebe bereits genug leerstehende Industriegebäude, so zum Beispiel die von Fröhlich in Felsberg Schneiders Schlusswort: "Diese Argumente scheinen uns nicht wichtig genug, um plötzlich die Bremse zu ziehen. " Bei Enthaltung der CDU und den Gegenstimmen der GL und der FWG setzte die SPD die Flächennutzungsplan- Änderungen durch.

Quelle: HNA

Gewerbegebiet: Flop oder top?

MALSFELD • Der geplante Autobahnzubringer in Malsfeld führt zum Gewerbegebiet Ostheim, das Projekt ist ohne den Zubringer kaum denkbar. Kein Wunder also , dass die Diskussion über den Zubringer immer wieder in eine Debatte über das Gewerbegebiet mündete. Dabei machten die Befürworter kräftig Werbung für das Gebiet, mit Arbeitsplätzen als Hauptargument. "Das Gewerbegebiet ist das arbeitsmarktpolitische Thema Nummer Eins in Nordhessen", sagte Wirtschaftsminister Posch, "das ist eine Maßnahme , dem Schwalm-Eder-Kreis zu helfen. " Schließlich liege derzeit die Arbeitslosigkeit in Nordhessen über dem Bundes- und Landesdurchschnitt.

"Es gibt Investoren, die wollen große, preisgünstige Flächen ", Wilmar Rüttger, Fachmann für Gewerbeansiedlungen

Alfred Heckemann von der Bürgerinitiative "Leben in Malsfeld" befürchtete hingegen, dass das Gewerbegebiet ein Misserfolg werde, ähnlich den Gebieten in Homberg oder
Remsfeld. " Die bieten ihre Flächen an wie Sauerbier", so Heckmann. Posch zeigte sich dagegen zuversichtlich. "Gebiete an der Autobahn haben große Möglichkeiten, denn für viele Unternehmen ist Infrastruktur das A und 0 ", sagte Posch. Ostheims Vorteil seien preisgünstige, große Flächen, ergänzte Wilmar Rüttger, dessen Firma sich mit Gewerbeansiedlungen beschäftigt.


"Wir haben einige ganz ernsthafte Interessenten aus Gewerbe, Handwerk, Dienstleistung und Computerbranche" , sagte Volker Wagner, Vorsitzender der Versammlung des Zweckverbandes Interkommunales Gewerbegebiet Mittleres Fuldatal. Allein der geplante Autohof brächte 80 bis 200 Arbeitsplätze. Die Interessenten wollten nur nicht schon im Vorfeld genannt werden.

Diese Aussage brachte Wilfried Hesselbein aus Dagobertshausen auf die Palme: "Wenn ihr was Vernünftiges hättet, dann würdet ihr es auch sagen", schimpfte er. Posch betonte allerdings, es sei normal, dass man zuerst ein Angebot habe und dann nach Investoren suche. Außerdem, so Posch, sei ein gemeinsames Gewerbegebiet umweltfreundlicher als fünf einzelne, da es Straßen, Kanalisation und Boden nur ein- statt fünf Mal verbrauche.

 

"Verzichten Kommunen auf eigene Gewerbegebiete?" Dr. Johannes Heyn; GL Gemeindevertreter

"Das gilt aber nur, wenn auf die fünf kleinen Gebiete verzichtet wird", gab Dr. Johannes Heyn, Gemeindevertreter der GL , zu Bedenken "Alle Gemeinden bemühen sich doch zusätzlich um ortsnahe Gewerbegebiete", assistierte Heckemann. "Nein, nein" , sagte Vaupel, "die Kommunen haben sich verpflichtet, keine weiteren Gewerbeflächen auszuweisen. " Nur die bereits ansässigen Betriebe dürften sich erweitern. Heyn befürchtete dennoch, dass die besten Betriebe bei den Gemeinden blieben und nur die schlechteren nach Ostheim kämen. "Das ist diese Mär, dass es keine Auflagen für die Betriebe gäbe", seufzte Vaupel, "aber die gibt es natürlich in den Plänen."


Schließlich, so  Heckemann, habe Malsfeld zu geringen Einfluss auf den Zweckverband  bei einem Stimmanteil von nur elf Prozent. "Bisher wurden aber fast alle Entscheidungen des Zweckverbandes einstimmig getroffen", konterte Vaupel. " Wir legen keinen Wert auf dieses Gewerbegebiet" , war das Fazit von Heckemann, "wir sollten bei unseren Leisten bleiben.
Denn das Gewerbegebiet wird bestimmt ein Flop, aber den Zubringer haben wir dann. " "Die Bürgerinitiative wägt nicht ab zwischen Vor- und Nachteilen", resümierte dagegen Vaupel , "und die Pro-Argumente überwiegen."

Quelle HNA

 

HNA LESERTREFF AUTOBAHNZUBRINGER

Laut und stinkend - oder nicht?


Schwere Vorwürfe gegen den geplanten Autobahnzubringer zum Gewerbegebiet Ostheim haben Bürgerinitiative und Anwohner beim HNA-Leseertreff erhoben. Die Befürworter der Straße konterten mit einer Fülle von Argumenten.

MALSFELD • Zu teuer, zu groß, belastend für Mensch und Umwelt- das waren die Vorwürfe gegen den geplanten Autobahnzubringer in Malsfeld, vorgebracht von der Bürgerinitiative "Leben in Malsfeld" und weiteren Bürgern beim HNA-Lesertreff am Mittwochabend in der Malsfelder Gaststätte Jägerhof. "Die geplante Fuldabrücke, über die der Zubringer laufen soll, wird höher als der Malsfelder Kirchturm", sagte Alfred Heckemann von der Bürgerinitiative "Leben in Malsfeld". "Von dort kommt Lärm, und der wird sich auf Malsfeld legen", meinte er.

Ja oder Nein? Auch mit Plakaten zeigen Befürworter und Gegner ihre Meinung zum Autobahnzubringer für das geplante Gewerbegebiet Ostheim. Die Malsfelder bestimmen am 6. Mai in einem Bürgerentscheid über die Zukunft des Zubringers und damit auch über das Schicksal des Gewerbegebietes.  Foto: Stier

Das bezweifelte die DiplomIngenieurin Andrea Zander vom Planungsbüro Battenberg und Koch - auch wenn sie sich damit das Gelächter der Bürgerinitiative einhandelte. "Der Lärm streicht über die Ortslage hinweg", sagte sie. Auch die Geräusche von der Straße würden die Grenwerte nicht überschreiten. Betroffen seien lediglich das Gut Fahre und die Ziegelhütte. Hier müsse man abwägen zwischen aktivem und passivem Lärmschutz -Schallmauer und Isolierfenstern. "Die Straßen- und Verkehrsverwaltung ist dabei durchaus bereit zu Optimierungen", sagte Wirtschaftsminister Dieter Posch.

"Die Leute sind extra hier hingezogen, weil es ruhig ist":
Heinz Moog, Malsfeld.(Fotos: Himberg)

Zander räumte allerdings ein, dass die Malsfelder nach der jetzigen absoluten Ruhe schon ein wenig Lärm als sehr störend empfinden könnten. So befürchtete Heinz Moog eine Wertminderung der Malsfelder Häuser. "Die Leute sind extra hier hingezogen, weil es ruhig ist", sagte Moog, "und jetzt kriegen sie diese Lärmbelästigung."


Außerdem warf Heckemann den Befürwortern des Zubringers vor, falsche Entfernungen zwischen der Straße und den nächsten Häusern angegeben zu haben - was Malsfelds Bürgermeister Herbert Vaupel auch einräumte. "500 Meter zwischen dem Sportplatz in Elfershausen und der Straße, das war möglicherweise ein Druckfehler", sagte der SPD-Mann, "die Entfernung ist geringer". . Weitere Befürchtung der Gegner: "Der Zubringer bringt mehr Verkehr", so Heckemann.

Zander lieferte dagegen nüchterne Zahlen: 12 000 Autos sollen im Jahr 2015 täglich über die Straße rollen. Andere Straßen würden derweil zurückgebaut,
erklärte Vaupel, nämlich die Verbindungen von Elfershausen nach Malsfeld und Obermelsungen sowie von Dagobertshausen nach Malsfeld und Beiseförth. "Die Straßenbreite könnte zum Beispiel halbiert werden, nach dem Vorbild eines Wirtschaftsweges" , sagte Vaupel "Nur die Straße von Malsfeld nach Elfershausen muss dann mit zusätzlichem Verkehr rechnen. Alle anderen Straßen werden zum Teil erheblich entlastet", sagte Wulf Heise vom Kasseler Amt für Straßen- und Verkehrswesen.

Angst vor Umwegen

"Der Zubringer hat Folgen für das Grundwasser": Günther König, Ortslandwirt von Malsfeld.

Edgar Janassek aus Ostheim graute es da vor Umwegen. "Einige Straßen werden nicht mehr befahrbar sein", sagte er. Heckemann befürchtete hingegen, dass Lasterfahrer in ihrer Zeitnot auch über engere Straßen führen. Diese Angst versuchte indes Verkehrsminister Posch zu zerstreuen. "Wenn die Straßen rückgebaut sind, haben wir die Möglichkeit, den schweren Lkw-Verkehr zu unterbinden, und der Landrat wird auch davon Gebrauch machen", versprach der FDP-Politiker. Außerdem könne er ohne das Gewerbegebiet in absehbarer Zeit keine Ortsumgehungen in Aussicht stellen.

Dritte große Befürchtung der Gegner: negative Folgen für das Grundwasser. "Es gibt 18 Meter tiefe Einschnitte, durch die der Zubringer führt, und das hat Folgen", sagte Malsfelds Ortslandwirt Günther König. "Die Wasserversorgung von Malsfeld ist nicht gefährdet", erwiderte Bürgermeister Vaupel. Die Tiefbrunnen der Gemeinde reichten bis zu 200 Meter hinab. Ingenieurin Zander räumte allerdings ein, dass der 18-Meter Einschnitt ein erheblicher Eingriff in die Natur sei. Dessen Umfang solle jetzt ein Bodengutachten ermitteln.

Quelle: HNA

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