Jetzt ruckt’s in der Kasse

Kirchenerhaltungsfonds nimmt Elfershäuser Gotteshaus in sein 2010er Programm auf.

Elfershausen. Eine Sonderzeitung war es der Evangelischen Kirche in Elfershausen wert: Die Nachricht, dass der Kirchenerhaltungsfonds der Landeskirche Kurhessen-Waldeck das vom Schwamm befallene Gotteshaus in Elfershausen auf seine Projektliste gesetzt hat.

 

Kunstgruppe: Bis zum Erntedankfest wollen die Elfershäuser Künstlerinnen die Abendmahlszene aus dem Altarbild von Conrad von Soest kopieren. Fotos: Grugel

Das bedeutet: Die Gemeinde hat dieses Jahr als einzige im Kirchenkreis Melsungen gute Chancen, das für die Sanierung eingenommene Spendengeld durch den Kirchenerhaltungsfond verdoppelt zu bekommen.

16 000 Euro hat der vor einem Jahr gegründete Förderkreis zum Erhalt der Kirche bislang durch spektakuläre Aktionen eingenommen. Bei einer präsentierte man beispielsweise bei einem Dorfbrunnenfest der Öffentlichkeit 3500 bemalte Hühnereier. Und mit der Aufnahme in den Fonds sollen noch weitere Aktionen folgen, kündigte Pfarrerin Kirsten Bingel gestern an.

Zurzeit ist beispielsweise eine Künstlergruppe aus dem Dorf dabei, das Erntedankfest vorzubereiten, das zugunsten der Kirche über die Bühne gehen soll: Festhöhepunkt soll die Enthüllung eines zwei mal drei Meter großen Gemäldes sein: Eine Mischung aus eingefärbtem Sand und Leim soll nach Darstellung von Ilona Weisel von der Künstlergruppe die Abendmahlszene aus dem Altarbild des Conrad von Soest darstellen. Auf die Idee kam Pfarrerin Kirsten Bingel, die das Altarbild als Original in ihrem Vikariat in Bad Wildungen kennen lernte, wo es in der Stadtkirche steht.

Spendenaktionen sind nicht das Einzige, was die Elfershäuser sich für ihre Kirche bislang einfallen ließen. Sie legten auch selbst in der Kirche Hand an und beseitigten inzwischen mit Hilfe von Spezialisten, Rücklagen und einem Darlehen der Landeskirche den Hausschwamm und bauten den Sandsteinfußboden neu auf.

Die Kirche gehört ins Dorf

„Eine Kirche gehört ins Dorf“, steht für Kirsten Bingel fest. Das mag ein Grund für das Engagement im Kirchspiel sein, das mit der Wehrkirche in Dagobertshausen und dem spätgotischen Gotteshaus in Hilgershausen noch zwei weitere Kirchen hat. Ihrer Pfarrerin zur Seite stehen viele Elfershäuser. Sie alle wollen, dass die Kirche im Dorf bleibt, wie die Kirchenzeitung schreibt - und das aus vielen Gründen: „Sie gehört zum Dorfbild“, sagt etwa Ortsvorsteher Karl-Heinz Reichmann. „Sie gehört zum Dorf wie der Weihnachtsbaum zu Weihnachten“, findet Karola Ploch, und Kirchspielküster Karl-Heinz Ludolph sagt: „Ich will, dass die Kirche im Dorf bleibt, weil sie mich am 7. Tag daran erinnert: Gott sei Dank, es ist Sonntag.“ (lgr)

Quelle www.hna.de