Autobahnanschluß heißes Thema bei Bürgerversammlung / Kurt Stöhr

„Einzige Chance für Ruhe im Dorf“

Elfershausen (l). „Da beben nachts die Tassen im Schrank,“ wirft sich einer für seine vom Verkehrslärm gebeutelten Mitbürger in die Brust, und eine Betroffene fügt hinzu: „Schon nachts um drei“.

Das Problem brennt den Bürgern auf den Nägeln und obwohl sie zu früher Stunde durch die am Haus vorbeibrummenden Laster aus dem Schlaf gerissen werden, wollten sich einige Besucher der Bürgerversammlung am Dienstagabend in Elfershausen nach knapp zweieinhalb Stunden um kurz vor 22 Uhr nicht vom stellvertretenden Parlamentsvorsitzenden Rolf Batte ins Bett schicken lassen. Das Thema Autobahnanschluß Ostheim bietet Zünd- und Gesprächsstoff in Mengen.

Rund 50 Bürger zeigten Interesse am Autobahnanschluß Ostheim und den beiden anderen Themen., die bei einer Bürgerversammlung der Gemeinde am Dienstag im Dorfgemeinschaftshaus Elfershausen auf der Tagesordnung standen.

Doch das war nicht der einzige Punkt, über den der Gemeindevorstand die Bürger informieren wollte. Außerdem ging es um die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes in der Gemarkung Elfershausen und um den Anschluß des Malsfelder Ortsteiles an die Kläranlage in der Kerngemeinde. Während zum ersten Thema gar keiner eine Frage hatte und beim zweiten nur einige Bürger sich zu Wort meldeten, wachten die Malsfelder Bürger, als es an den Autobahnanschluß ging, so richtig auf.

Obwohl Ralf Batte als stellvertretender Vorsitzender der Gemeindevertretung zu Beginn der Bürgerversammlung – wohl wissend, dass das Thema heiß ist – darauf hingewiesen hatte, dass solche Veranstaltungen „zur Unterrichtung und nur zur Unterrichtung“ dienen und nicht missbraucht werden dürfen, nutzten doch viele Bürger die Gelegenheit nicht nur zum Fragen, sondern auch zur Darstellung der eigenen Meinung. Und diese waren von Pro bis Contra bunt gemischt.

Für viele ist der Meinungsbildungsprozess bereits abgeschlossen, konnte man am Dienstag den Eindruck gewinnen. Das, obwohl Bürgermeister Kurt Stöhr sich bemühte, ein erstes „Denkmodell“ für einen Autobahnanschluß und dessen Anbindung an die überörtlichen Straßen im Kreisteil Melsungen vorzustellen. Wohlgemerkt: als Denkmodell wollte der Bürgermeister seine Ausführungen verstanden wissen. Doch auch sein Position scheint eindeutig: „Wir sehen darin die einzige Chance in nächster Zeit, die Ortsdurchfahrten Elfershausen, Dagobertshausen, Beiseförth und Ostheim loszuwerden,“ erhofft sich Stöhr großes vom Autobahnanschluß.

Erleichterungen


„Wenn die Anschlussstelle schon kommen soll, dann wollen wir sie bitteschön so haben, dass sie uns die Belastungen, die wir im Moment durch den Fernverkehr haben, abnimmt.“ Den derzeit vom Durchgangsverkehr in den kleinen Orten schwer gebeutelten Bürgern stellt der Bürgermeister enorme Erleichterungen in Aussicht. Auf einem neu zu bauenden Autobahnzubringer, der von der B 83 an der Domäne Fahre vorbei über eine neu zu bauende Brücke über die Fulda, am Bahnhof Malsfeld entlang und mit einem „Schlenker“ um die Ortslage herum zwischen Dagobertshausen und Elfershausen hindurch auf die A 7 treffen könnte, soll der Verkehr fließen.


Durch einen Rückbau der Innerorts- und Kreisstraßen will der Chef der Malsfelder Gemeindeverwaltung – wenn der Anschluß kommt – die Laster auf den Autobahnzubringer zwingen und aus den Dörfern hinausdrängen. „Ich werde mich schon in einem frühen Planungszeitraum dafür verwenden, dass die Bürger in Dagobertshausen, Elfershausen, Beiseförth und Ostheim vom Schwerlastverkehr entlastet werden.“

Derzeit laufe eine groß angelegte Verkehrsuntersuchung, deren Ergebnisse spätestens im Frühjahr 1989 dem Hessischen Wirtschaftsminister mit einer Empfehlung zur Entscheidung pro oder contra vorgelegt werden sollen, so Stöhr. Wenn die Anschlussstelle im Untersuchungsergebnis als „Sinnvoll, machbar, notwendig und umweltverträglich“ beurteilt werde, „dann wollen wir von dem Kuchen, der dort gebacken wird, ein Stück abhaben,“ betonte der Malsfelder Bürgermeister seine Entschlossenheit für seine Gemeinde möglichst großes Kapital aus der Sache zu schlafen.

Quelle: HNA

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