Klärwärter Bruno Dittmar verabschiedet sich aus dem aus Berufsleben

Malsfeld. 22 Jahre hat Bruno Dittmar auf der Malsfelder Kläranlage Reinigungsprozesse überwacht. Jetzt geht der Klärwärter mit dem geschärftem Blick fürs Abwasser in den Ruhestand.

© Foto: Grugel

Ist die Arbeit am Ende vom Klo gewohnt: Seit 22 Jahren entnimmt Bruno Dittmar den Reinigungsteichen Proben und misst im Labor ihren Reinheitsgrad.

Jede Menge Kontroll-Leuchten nimmt der 59-Jährige gleich morgens ins Visier. Aber mehr noch als die ganze Technik sagen ihm seine Sinne: Sie setzen die Geräusche der Pumpen und Belüfter, die Gerüche an den Teichen, die in vielen Farben blinkenden Signallämpchen an den Maschinen und Turbinen zu einem Urteil darüber zusammen, ob alles rund läuft.

Im Prinzip war in den vergangenen 22 Jahren alles klar auf der Kläranlage. Dort ist es für einen wie Bruno Dittmar völlig normal, dass die Leute Plastikabfälle, Handtücher und Putzlappen in ihrer Toilette versenken. Wenn sich solche Sachen in ein Pumpenrad drehen, ist ein halber Arbeitstag fällig: Die Pumpe muss aus ihrer Verankerung geholt, gesäubert und wieder in Gang gebracht werden - alles ganz normal eben.

Von Katastrophen ist Bruno Dittmar immer verschont geblieben. Nie sind die sich durch die Abwässer fressenden Bakterienkulturen in den Reinigungsteichen abgestorben. Nie sind giftige Chemikalien aufgelaufen. Immer ergaben die Wasserproben im Labor akzeptable Reinigungswerte, berichtet er.

Eine schlimme Zeit ist die Klärgrubensaison. Dann muss der Klärwärter fast zwei Wochen lang die 80 Malsfelder Gruben leeren. Der Gestank ist enorm „Vorher frühstücken“, empfiehlt Bruno Dittmar seinem Nachfolger Kai Helfers, der sich zurzeit noch warm läuft und im Sommer seine Ausbildung abschließt. Bis dahin vertritt den 59-Jährigen, der Ende Januar in die zweite Phase der Altersteilzeit geht, Dirk Wenderoth.

Vielleicht wird die Kläranlage Bruno Dittmar mehr vermiissen als dieser die Anlage. Denn nahezu zeitglich mit seinem Einstieg bei der Gemeindeverwaltung wurde die Reinigungsanlage fertiggestellt, auf der Bruno Dittmar ungezählte Stunden ganz allein verbrachte.

Langeweile kam dort für den Einzelkämpfer nie auf. „Man ist im Trott drin und hat immer zu tun“, sagt der Malsfelder. Ab und zu hatte er Gesellschaft bei Arbeiten, die nur mit den Kollegen vom Bauhof zu bewältigen waren. (lgr)

Quelle: HNA

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