Umwelt

NABU: Kältewelle macht Druck auf Vermittlungsausschuss für Gebäudesanierung
Heizkosten machen Förderung der Energieeffizienz dringender denn je

Berlin (ots) - Die anhaltende Kältewelle treibt deutschlandweit die Energiekosten in die Höhe. "Viele Bürger stöhnen unter den steigenden Heizkosten insbesondere in unsanierten Wohnungen, das muss der Politik in Sachen Energieeffizienz endlich Beine machen", erklärt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Am Mittwochabend tagt erneut der Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern, die sich bislang nicht über eine zusätzliche Förderung für energetische Gebäudesanierungen einigen konnten.

"Reden und Handeln klaffen in Sachen Energieeffizienz in der Politik meilenweit auseinander", kritisiert Miller. "Sämtliche zuständigen Minister und Politiker schwadronieren vollmundig über die Chancen der Energieeffizienz, aber wenn es um die konkrete Umsetzung geht, dann scheinen Bund und Länder in Kälte zu erstarren."

Auf viele Bürger wartet eine böse Überraschung. Derzeit laufen allerorts die Heizungen aufgrund der tiefen Temperaturen auf Hochtouren. Dementsprechend ist mit der nächsten Heizkostenabrechnung eine Zunahme der Energiearmut zu erwarten. Tausende Haushalte müssen dann exorbitante Nachzahlungen leisten. So stieg der Preis für Heizöl für einen 4-Personen-Haushalt nach Angaben der Verbraucherzentrale Bundesverband gegenüber 2007 um mehr als 40 Prozent - und das vor der Kältewelle. "Ungedämmte Wohnungen sind Freiheizberaubung", zitiert Miller die Kampagne der Klima-Allianz Deutschland, einem Bündnis von über 100 Organisationen. "Wer weiterhin die energetische Gebäudesanierung so rücksichtslos vernachlässigt wie die Bundesregierung handelt grob fahrlässig und treibt Hausbesitzer und Mieter in die Energiearmut."

Noch Anfang des Jahres versprach Bundesbauminister Ramsauer auf einer Veranstaltung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit Hilfe der KfW-Bankengruppe Fördermittel in Höhe von 1,5 Milliarden Euro für die energetische Gebäudesanierung in 2012 bereit zu stellen. Doch kurz darauf stellte sich heraus, dass dafür aufgrund des geringen Preises für CO2-Zertifikate aus dem Emissionshandel nur rund 900 Millionen Euro zur Verfügung stünden. "Die staatliche Förderung ist der einzige Hebel auf den die Bundesregierung beim Klimaschutz in Gebäude setzt. Das jetzt wegbrechen zu lassen, ist mehr als ein Armutszeugnis", kritisiert der NABU-Bundesgeschäftsführer. "Gleiches gilt für die steuerlichen Anreize. Seit Monaten verunsichern Bund und Länder die Haus- und Wohnungseigentümer mit der anhaltenden Debatte, ob eine steuerliche Förderung nun kommt oder nicht. Wichtige Investitionen für das Handwerk und die Beschäftigung werden so weiter blockiert."

Aus Sicht des NABU müssen allein für die Gebäudesanierung Fördermittel in Höhe von mindestens zwei Milliarden Euro bereitgestellt werden und kluge Vorgaben sollten neue Anreize für Investitionen schaffen. Zudem sollte auch die derzeit heiß diskutierte EU-Energieeffizienzrichtline genutzt werden. "Der von EU-Kommissar Oettinger vorgeschlagene Energieeffizienz-Auftrag an Unternehmen ist der innovativste Weg, um die Sicherheit der Energieversorgung auch in Deutschland zu erhöhen. Der steigenden Belastung der Bürger bis zur ,Energiearmut´ kann damit vorgebeugt werden. So ist zu hoffen, dass die Kältewelle der Bundesregierung und allen voran Bundeswirtschaftsminister Rösler endlich in Sachen Energieeffizienz einheizt", erklärt Miller.

 

BEE-Neujahrsempfang: Verbandspräsident Schütz fordert von der Bundesregierung geschlossenes Eintreten für die Energiewende

Berlin (ots) - Auf dem Neujahrsempfang des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) kritisierte Verbandspräsident Dietmar Schütz die fehlende Entschlossenheit der Bundesregierung in Sachen Energiewende. "Zentrale Vorhaben werden von einigen gebremst, blockiert oder sogar hintertrieben", sagte Schütz vor rund 1000 Gästen aus Politik, Verwaltung, Unternehmen und Verbänden, die zur Feier des 20-jährigen Verbandsjubiläums nach Berlin gekommen waren.

"Im Jahr eins nach Fukushima und dem Atomausstieg der schwarz-gelben Regierung darf eigentlich kein Zweifel an dem Willen der Regierung bestehen, den Ausbau der Erneuerbaren Energien zügig voranzutreiben. Doch die jüngsten Angriffe auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz aus dem Regierungslager sprechen eine andere Sprache."

Die Kritik am EEG bedeute einen Frontalangriff auf ein Fördersystem, das sich im internationalen Vergleich als leistungsfähig und kosteneffizient erwiesen habe. "Das EEG ist Quoten- oder Mengenmodellen haushoch überlegen - nicht nur was die Ausbaudynamik betrifft, sondern auch bei den Kosten", erklärte Schütz. Das zeige beispielsweise der Blick nach Großbritannien, wo die Erzeugung von Windstrom 17 Cent pro Kilowattstunde und damit etwa doppelt so viel wie in Deutschland koste.

An die Kritiker der aktuellen Energiepolitik aus den Reihen der Koalition appellierte der BEE-Präsident daher mit Nachdruck: "Hören Sie auf, die eigenen Beschlüsse zu zerreden! Erarbeiten Sie stattdessen gemeinsam mit uns Antworten auf die wirklich wichtigen Fragen beim Umbau unserer Energieversorgung!"

Eine der zentralen Fragen ist nach Ansicht des BEE, wie der Umbau im Wärmesektor in Gang gebracht werden kann. Hier werde rund die Hälfte der Energie in Deutschland verbraucht, der Anteil der Erneuerbaren stagniere aber seit Jahren bei etwa zehn Prozent. Daher komme es jetzt darauf an, wirksame Instrumente für den Umstieg auf Erneuerbare Energien zu schaffen. Doch schon bei der ersten Maßnahme, die Sanierungsquote durch Steueranreize zu erhöhen, kämen Bund und Länder nicht zu einer Einigung.

"Wir fordern daher erneut alle Beteiligten auf, sich bei der morgigen Sitzung des Vermittlungsausschusses auf eine Lösung zu verständigen. Hauseigentümer wie Anlagenhersteller brauchen endlich Klarheit. Für eine fortdauernde Hängepartie im Gebäudebereich haben wir keine Zeit!", mahnte Schütz eindringlich.

Der BEE-Präsident erinnerte das Festpublikum in seiner Rede an die Gründung des Verbandes im Dezember 1991 und bezeichnete die Arbeit der letzten 20 Jahre als erfolgreich. Nun gelte es, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen, um die Ziele von damals zu erreichen: den Aufbau einer klima- und umweltschonenden Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energiequellen - unabhängig von fossilen und atomaren Brennstoffen.

 

 

 

Erneuerbare Energien machen Brennstoffimporte in Höhe von 11 Milliarden Euro überflüssig

BEE veröffentlicht Jahreszahlen für 2011

Berlin (ots) - Nach Berechnungen des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) haben regenerative Energien im Jahr 2011 Brennstoffimporte in Höhe von 11 Milliarden Euro ersetzt und mehr als 9 Milliarden Euro externe Kosten vermieden. Insgesamt stieg der Anteil der Erneuerbaren am Endenergieverbrauch im letzten Jahr in Deutschland auf 11,9 Prozent - was einer Einsparung von 127 Millionen Tonnen Kohlendioxid entspricht. "Diese beeindruckenden Zahlen belegen einmal mehr die Bedeutung Erneuerbarer Energien für den Klimaschutz und die zunehmende Unabhängigkeit von Energieimporten", stellt BEE-Präsident Dietmar Schütz zusammenfassend fest.

Im Strombereich stieg der Anteil der Erneuerbaren im letzten Jahr um rund 4 Prozent auf 20,1 Prozent und fiel im Wärmesektor auf 9,4 Prozent (2010: 9,6 Prozent). Ebenso sank der Anteil Erneuerbarer Energien am Kraftstoffverbrauch im vergangenen Jahr auf 5,5 Prozent (2010: 5,8 Prozent).

Führend bei der Stromerzeugung aus regenerativen Quellen war im letzten Jahr erneut die Windenergie mit 48,1 Terawattstunden (TWh), gefolgt von der Wasserkraft (19,0 TWh), der Photovoltaik (18,5 TWh) und der Stromerzeugung aus heimischen Biogasanlagen (17,5 TWh). Rund 11,3 TWh Strom wurden 2011 aus fester Biomasse gewonnen. Insgesamt lag die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien im Jahr 2011 bei 122,3 TWh (2010: 104,4 TWh).

Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Wärmeerzeugung sank im vergangen Jahr hingegen um 0,2 Prozent auf 9,4 Prozent. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die milden Witterungsbedingungen im letzten Jahr zurückzuführen. Die Zunahme der installierten Anlagen bewegt sich bei Wärmepumpen, Pelletheizungen und Solarthermieanlagen auf einem geringen Niveau. "Diese schwachen Zahlen belegen erneut die Dringlichkeit für ein verlässliches und haushaltsunabhängiges Förderinstrument für den Ausbau regenerativer Energien im Wärmesektor", so Schütz. Die Bundesregierung müsse hier endlich handeln, fordert er.

Weiterhin problematisch sei auch die Lage im Kraftstoffsektor. Hier sank der Anteil regenerativer Kraftstoffe am Gesamtkraftstoffverbrauch im letzten Jahr auf 5,5 Prozent. "Der Rückgang ist vor allem auf einen erneuten Absatzeinbruch bei reinem Biodiesel und reinen Pflanzenölen zurückzuführen. Geht diese Entwicklung weiter, werden wir das EU-Ziel, den Anteil Erneuerbarer Energien im Verkehrssektor bis zum Jahr 2020 auf 10 Prozent zu erhöhen, deutlich verfehlen", folgert Schütz.

Die BEE-Jahreszahlen 2011 finden Sie als Übersicht zum Download unter www.bee-ev.de

 

 

Elektroautos im CarSharing jetzt auch in Köln
Der Anbieter cambio und die Energie-Genossenschaft Greenpeace Energy erweitern das Pilotprojekt "CarSharing mit echtem Ökostrom"

Hamburg (ots) - Ab März können Kunden des CarSharing-Anbieters cambio auch in Köln Elektroautos mit echtem Ökostrom nutzen. Greenpeace Energy und cambio erweitern das gemeinsame Pilotprojekt. Die Elektrofahrzeuge vom Typ Mitsubishi i-MieV stehen in Köln neben 58 cambio-Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb an der größten CarSharing-Station Europas, in der Maastrichter Straße im Belgischen Viertel.

Quelle: obs/Greenpeace Energy eG

Seit März 2011 erweitern in Hamburg Elektroautos die CarSharing-Flotte. Für cambio und Greenpeace Energy standen in dieser Zeit neben der Umweltbilanz insbesondere die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen im CarSharing auf dem Prüfstand. Der Praxistest zeigt: Die Technik funktioniert und die Fahrzeuge werden von den Kunden gut angenommen. Denn die "eMobile" sind komfortable Viersitzer, in die auch noch ein ganz normaler Wochenendeinkauf passt. Dabei sind die Elektrischen nicht teurer als die Kleinwagen mit konventionellem Antrieb, zum Beispiel ein Ford Fiesta.

"In Hamburg haben sich Elektroautos als sinnvolle Ergänzung der CarSharing-Flotte etabliert. Für kurze Strecken in der Stadt ist das eMobil ideal, für Langstrecken oder den Wochenend-Urlaub das konventionelle Fahrzeug", so Joachim Schwarz, Geschäftsführer der cambio-Gruppe. "Daher weiten wir das Angebot gern aus und freuen uns auf die ersten Erfahrungsberichte der Kölner cambio-Kunden, die jetzt auch die Möglichkeit haben, ihre Stadtfahrten klimafreundlicher zu gestalten."

Wirklich umweltfreundlich sind Elektroautos nur, wenn sie Strom aus erneuerbaren Energien "tanken" - das belegte jüngst eine Studie des Öko-Instituts. "Außerdem muss mit zusätzlichem Bedarf ein entsprechend schneller Zubau an Ökokraftwerken einhergehen", betont Rainer Weishaar, Vorstand von Greenpeace Energy. Das sei im Stromkonzept der Energie-Genossenschaft fest verankert. Insofern erfüllt das Pilotprojekt die Forderungen des Öko-Instituts in vorbildlicher Weise.

Neben Köln bietet cambio in weiteren 13 deutschen und 22 belgischen Städten CarSharing an. 44.000 Kunden nutzen 1.360 Autos an 420 Stationen. Der konventionelle cambio-Fuhrpark trägt den Blauen Engel für besonders emissionsarme Autos.

In Köln greifen derzeit 11.000 Kunden auf 320 Fahrzeuge an 48 Stationen zu. cambio Köln wurde mit dem Umweltschutzpreis der Stadt Köln ausgezeichnet und die kundenfreundlichen Mitarbeiter sind Sieger beim ADAC Servicetest NRW CarSharing.

Greenpeace Energy ist die größte bundesweite, unabhängige Energie-Genossenschaft in Deutschland. Das Unternehmen versorgt mehr als 110.000 Kunden, darunter rund 8.000 Geschäftskunden, mit sauberem Strom und dem neuartigen und ökologisch sinnvollen Gasprodukt "proWindgas".

Quelle: Greenpeace Energy

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