Binsförth

 

Brücke in Binsförth fertiggestellt

BINSFÖRTH. Es war der 9.Juni 2009: Hunderte Schaulustige wollten sich die Sprengung der 62 Jahre alten Fuldabrücke bei Binsförth nicht entgehen lassen. Ihrer Nachfolgerin war gestern nicht so viel Aufmerksamkeit beschert, dafür aber mehr Prominenz, als das neue Bauwerk für den Verkehr freigegeben wurde.
Nach eineinhalb Jahren, in denen Binsförth nur über Beiseförth und Neumorschen zu erreichen gewesen war, war die Freude der Binsförther und der benachbarten Heinaer zu spüren.

Der erste Fußmarsch über die neue Brücke: Binsförther und einige Heinaer genossen es, von einem Fulda-Ufer zum nächsten zum anderen gehen zu können. Mit der offiziellen Einweihung haben nun auch Autofahrer und Landwirte eine kurze Verbindung von hüben nach drüben. Fotos: Müller-Neumann

Nun ist der Morschener Ortsteil wieder von der B 83 her direkt anzufahren, und die Landwirte müssen nicht länger weite Umwege in Kauf nehmen. Im Februar 2009 war die alte kreiseigene Brücke wegen massiver Schäden und mangelnder Tragfähigkeit gesperrt worden. Der Wunsch des Morschener Parlaments, vor allem aber der Binsförther, nach dem Erhalt bzw. nach einem Ersatz war stets deutlich. Veranschlagt für die neue Brücke, die vorrangig für die Landwirte gedacht ist, waren zunächst 750 000 Euro. Dann war zu befürchten, der Bau könnte mit über 800 000 Euro zu Buche schlagen.
„Bedingt durch den Informationshunger der Behörden mussten nach der Planung durch ein Büro noch weitere Berechnungen erfolgen“, sagte Bürgermeister Herbert Wohlgemuth seinerzeit. Es galt, den Wasserstand bei Hochwasser zu berechnen, und dann war auch noch ein naturschutzrechtliches Gutachten gefordert. Nun steht zwar die Endabrechnung noch aus, aber so um die 750 000 bis maximal 800 000 Euro werde sie betragen, meinte Wohlgemuth.
Möglich wurde der Neubau ohnehin nur, weil sich neben der Gemeinde auch das Land (mit 240 000 Euro) und der Landkreis (mit 225 000 Euro) und die Flurbereinigungsbehörde beteiligen. Im Gegenzug übernahm die Gemeinde Morschen die bislang kreiseigene Verbindungsstraße.

Zitate und mehr

Bürgermeister Herbert Wohlgemuth: „Die Brücke ist für die Binsförther ein wichtiges Bauwerk.“

Verkehrsminister Dieter Posch: „Die Brücke ermöglicht den kurzen Weg über die Fulda und beendet die Zeit der unzumutbaren Umwege.

Landrat Frank-Martin Neupärtl: „Im März 2009 war die Brücke so marode, dass sogar die Radler schieben mussten.“ „Minister Posch kam eigens nach Homberg, und er, der Bürgermeister , der Vorsitzende der Gemeindevertretung , der Ortsvorsteher und ich haben gemeinsam nach einer Lösung gesucht.“

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung Karl-Heinrich Schönewald (er wohnt in Heina): „Nach gefühlt langer Zeit gibt es nun wieder eine kurze Verbindung zwischen Binsförth und Heina.“ Schönewald übergab eine Kopie eines Kartenausschnitts der Fulda aus dem Jahr 1596, die bereits eine Brücke zeigt, an Ortsvorsteherin Doris Küllmer

Ortsvorsteherin Doris Küllmer: „Endlich ist die Lücke geschlossen. Die Brücke ist ein Symbol für Binsförths Zukunft.“
Weil die Brückenfreigabe auch etwas Feierliches hatte, spielte der Posaunenchor Binsförth/ Heina unter der Leitung von Judith Quappen. Der Chor überbrückte damit auch die halbe Stunde Wartezeit, denn Minister Posch hatte sich verspätet. (bmn)

Brücke in Zahlen

• 30 Meter beträgt die Länge der Binsförther Brücke zwischen den Widerlagern.
• Über der Fulda erhebt sie sich bis zu fünf Meter.
• Die Fahrbahnbreite zwischen den Bordsteinen liegt bei 4,50 Meter.
• Eine Gewichtsbegrenzung für Fahrzeuge gibt es nicht. (bmn)

Quelle:HNA

Binsförth bebt

Brücke wird gesprengt – einige Fragen bleiben

Binsförth. Viele Außenstehende werden die kleine Brücke über die Fulda in Binsförth nur deshalb in Erinnerung behalten, weil das alte Bauwerk in so wunderbarem Kontrast steht zu der modernen ICE-Brücke, die sich hinter ihr am Horizont erhebt. Ein schönes Fotomotiv, mit dem es aber bald vorbei sein wird. Die Brücke ist laut eines Expertengutachtens akut einsturzgefährdet. Herabfallende Steine könnten zudem den Bootsverkehr auf der Fulda gefährden. Deshalb ist sie seit ein paar Wochen gesperrt. Für Sonntagnachmittag ist der Abriss per Sprengung angekündigt.

Was kommt dann?

Doch was kommt dann? Eine Frage, die sich vor allem dem Ortsrat stellt. „Wir haben sechs bis acht Landbesitzer im Dorf, die auf der anderen Seite ihre Felder bestellen und Tiere versorgen müssen“, erklärt der Ortsbeiratsvorsitzende Heinz Eberhardt. Die müssten nun mit ihren Maschinen einen Umweg von sechs Kilometern in Kauf nehmen. Schlimmer noch: Der Weg über die B 83 führt vorbei an einigen unübersichtlichen Kurven. Schon jetzt ein Unfallschwerpunkt auf der Strecke zwischen Malsfeld und Morschen. „Das kann ganz schön gefährlich werden“, fürchtet Eberhardt.

Pferd von hinten aufgezäumt

Unzufrieden ist der SPD-Mann aber auch mit der Politik des Kreises. „Man darf das Pferd nicht von hinten aufzäumen“, sagt er und meint damit, dass erst Gespräche hätten geführt werden sollen, bevor der Beschluss zur Sprengung alle im Ort überraschte. Eberhardt: „Wir wollen wissen wie es weiter geht.“ Seine Ortsbeiratskollegin Doris Küllmer geht sogar noch weiter: „Es kann doch nicht sein, dass wir die einzige Ort an der Fulda ohne Brücke sind“, schimpft sie und fügt an: „Die Leute aus dem Dorf fühlen sich scheibchenweise enteignet.“

Gespräche mit dem Kreis

Morschens Bürgermeister Herbert Wohlgemuth betont, man sei im Gespräch mit dem Kreis und Verkehrsminister Dieter Posch. Aus seiner Sicht denkbar seine Etappenlösung. Relativ kurzfristig könne eine Behelfsbrücke des THW die beiden Fuldaufer verbinden. Die koste rund 16.000 Euro, könne aber nur Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. 2010 könne dann mit dem Bau einer breiteren Brücke begonnen werden.

Zunächst Finanzierung prüfen

Der zuständige Fachbereichsleiter beim Kreis, Jens Becker, äußert Verständnis für die Sorgen der Binsförther. Betont aber auch: „Wir mussten die Brücke sofort sperren.“ Schließlich wolle niemand ein neues Köln erleben, wo Warnungen in den Wind geschlagen wurden,  was schließlich beim U-Bahnbau zum Einsturz des Stadtarchivs führte.  „Die technische Machbarkeit einer Behelfsbrücke werde derzeit geprüft“, so Becker weiter. Was eine neue Wirtschaftswegebrücke betreffe, so müsse zunächst die Gemeinde Morschen die Finanzierung prüfen. Dann erst könne über mögliche Zuschüsse geredet werden. Becker abschließend: „Wir befinden uns weiterhin im Gespräch mit allen Beteiligten.“

Quelle: Heimatnachrichten

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