Stromnetz Schwalm Eder

Tennet informiert später

Firma wartet politischen Streit ab – Anwohner sollen umfassend beteiligt werden

SCHWALM-EDER. Die Firma Tennet, die eine große Stromtrasse quer durch Deutschland und auch durch den Schwalm-Eder-Kreis plant, hat die Informationsveranstaltungen zu dem Thema verschoben. Das bestätigte Pressesprecherin Ulrike Hörchens auf HNA-Anfrage.
Hintergrund für die Verschiebung sind Aussagen des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU), die Energiewende müsse neu verhandelt werden. Auch die Stromtrasse müsse auf ihre Notwendigkeit überprüft werden, hatte Seehofer erklärt. „Wir warten auf die Klärung des politischen Disputs“, sagte Tennet-Sprecherin Hörchens.

Ursprünglich waren für diese und die kommenden zwei Wochen mehre Informationsveranstaltungen für Kommunalpolitiker und Anwohner geplant gewesen. Diese soll es auch weiterhin geben, allerdings erst nach der Klärung. Hörchens wies darauf hin, dass Tennet einen gesetzlichen Auftrag hat, die Trasse zu bauen: „Wir machen das Projekt auch nicht zum eigenen Vergnügen.“ Wichtig sei dem Betreiber eine sehr frühe Bürgerbeteiligung, erklärte sie weiter. Schon vor der Erarbeitung des Trassenvorschlags, der den Namen Südlink trägt, seien für den Netzentwicklungs und den Bundesnetzplan tausende Stellungnahmen berücksichtigt worden. Ausgewertet worden seien zudem zahlreiche Daten über die Topographie und die Infrastruktur. Das betreffe beispielsweise Naturschutzgebiete, aber auch andere Besonderheiten wie den Bundeswehr-Flugplatz in Fritzlar.

 

Tennet wolle schnell mit den Bürgern und Kommunalpolitikern ins Gespräch kommen, und zwar lange vor dem offiziellen Genehmigungsverfahren. Unter anderem sollten Arbeitsgemeinschaften eingerichtet werden, in die viele eingebunden werden sollten; die Sprecherin erwähnte ausdrücklich auch Bürgerinitiativen.

Gemeinsam wolle man gegebenenfalls auch Alternativen entwickeln. Für jeden gelte das Angebot, sich im Internet zu informieren. Tennet hat zudem ein Infotelefon eingerichtet.
• Tennet: Thomas Wagner,
Tel. 09 21/ 50 74 05 000
• Information im Internet:
http://suedlink.tennet.eu

Al-Wazir: Erdkabel prüfen

In der Debatte um eine neue Stromtrasse quer durch Deutschland spricht sich auch der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) für eine Verlegung unter der Erde aus. „Da, wo es technisch möglich und ökonomisch vertretbar ist, bin ich dafür, das zu prüfen“, sagte Al-Wazir im Interview der Frankfurter Rundschau. „Wir wollen, dass sowohl Belange des Naturschutzes als auch Belange von Anwohnerinnen und Anwohnern berücksichtigt werden“, sagte der Wirtschaftsminister. Auch Bundeslandwirtschaftsminister Hans- Peter Friedrich (CSU) erwägte die Verlegung von Erdkabeln bereits öffentlich.

Fünf Bundesländer betroffen

Deutschlands größte Stromtrasse soll durch mindestens fünf Bundesländer - darunter Hessen - führen und ab 2022 Windstrom von Schleswig-Holstein nach Bayern bringen. Sie soll die Stilllegung von Atomkraftwerken im Süden kompensieren. Al-Wazir betonte im FR-Interview, dass er die Grundentscheidung der Trasse für richtig halte, „weil wir mehr Vernetzung brauchen“. Allerdings stelle sich beim Erdkabel die Frage, wie leistungsfähig es sei. „Das ist auf kurzer Strecke kein Problem, auf langen Strecken schon. Und natürlich ist es auch eine Kostenfrage.“

Quelle: HNA

 

Kommunen gründen Energieversorger im Schwalm-Eder-Kreis

Fulda-Eder Energie betreut 60.000 Einwohner

Melsungen. Nordhessen ist um einen regionalen Energieversorger reicher. Die Fulda-Eder Energie ist gegründet worden. Am Dienstagnachmittag unterzeichneten die Bürgermeister aus Morschen, Malsfeld, Melsungen, Spangenberg, Guxhagen, Körle, Edermünde, Gudensberg und Niedenstein den Gesellschaftervertrag mit dem Vorstand der Städtischen Werke Kassel.

© Dewert
Gründung der Fulda-Eder Energie in Melsungen: mit unten von links Ralf Lengemann, Lothar Baum (beide Geschäftsführer der FEE), Städtische Werke-Vorstand Dr. Thorsten Ebert, Peter Tigges und in der Mitte Günther Höhmann, Werner Lange, Herbert Vaupel, Robert Bergmann und hinten Werke-Vorstandsvorsitzender Andreas Helbig, Karl-Heinz Färber, Frank Börner, Walter Berle, Edgar Slawik und Mario Gerhold, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung.

In der Melsunger Stadthalle wurde auch das neue Logo des kommunalen und regionalen Energieversorgers präsentiert.
Neun grüne Punkte symbolisieren die Kommunen. Ein zehnter, der für die Stadt Felsberg, fehlte.
Die Drei-Burgen-Stadt hatte sich schließlich für eine Fortsetzung der Konzessionsverträge mit Eon Mitte entschieden. "Der Platz ist da, vielleicht kommt Felsberg ja eines Tages dazu, hieß es aus der Runde der Bürgermeister.

Die FEE möchte zunächst die Energienetze von Eon Mitte zurückkaufen und die Energieversorgung der 60.000 Einwohner der neun Kommunen selbst gestalten. In der Zukunft gelte es, einen eigenen Energievertrieb aufzubauen und den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzubringen, sagte Mario Gerhold, der zum Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung gewählt wurde. Zu seinem Stellvertreter wurde Dr. Thorsten Ebert, Vorstandsmitglied der Städtischen Werke Kassel, bestimmt. (ddd)

Quelle:HNA

 

Neun Städte und Gemeinden kaufen Stromleitungen zurück

Schwalm-Eder. Neun Städte und Gemeinden im Nordkreis wollen ihr Stromnetz zurückkaufen. Dafür werden sie noch dieses Jahr die Netzgesellschaft Enerkom gründen. Diese Zielsetzung nannte Mario Gerhold, Sprecher der neun Kommunen und Bürgermeister in Körle.

Die neun Städte und Gemeinden werden einen 51-Prozent-Anteil an der Netzgesellschaft halten. Für die übrigen 49 Prozent werde man sich einen Partner ins Boot holen, erklärte Gerhold. In Verhandlung sei man derzeit mit der Eon-Mitte, den Städtischen Werken Kassel und dem Unternehmen Energie Waldeck-Frankenberg (EWF). Zum Herbst hin werde man den Parlamenten eines der Versorgungsunternehmen als künftigen Partner empfehlen.

Für die etwa 57.000 Einwohner im Bereich der künftigen Enerkom bleibt laut Gerhold alles beim Alten. Kundenverträge mit Stromversorgern blieben in Kraft. Die Enerkom wird nur das Stromnetz samt der Anlagen wie Trafostationen für die Versorgung ihres Gebietes ankaufen, erläuterte Gerhold das Konzept. Überregionale Leitungen, etwa zur Stromversorgung der Deutschen Bahn, blieben außen vor.

Foto: Privat

Schlussendlich werde die Enerkom das zurückgekaufte Stromnetz für einen überschaubaren Zeitraum verpachten. Der Preis dafür stehe noch nicht fest. Er richte sich nach einer Pachtformel, die den Rückkaufswert für das Stromnetz berücksichtige. Auch der stehe noch nicht auf den Cent genau fest.

Die Gründung der Netzgesellschaft eröffnet den Kommunen im Nordkreis die Chance, bei der Stromversorgung regional neue Strukturen aufzubauen. Dazu gehören laut Gerhold auch die Optionen, das Netz mit Blick auf erneuerbare Energien auszubauen, die Stromerzeugung etwa per Sonne und Wind voranzutreiben und selbst etwa über ein Regionalwerk Strom anzubieten.

Hintergrund:

Energie und Kommune Energie und Kommune – aus diesen beiden Wörtern setzt sich der Name Enerkom für die im Norden des Schwalm-Eder-Kreises angestrebte Netzgesellschaft zusammen. Ihr werden neun Städte und Gemeinden angehören: Edermünde, Niedenstein, Gudensberg, Morschen, Körle, Spangenberg, Guxhagen, Melsungen und Malsfeld.

Die Enerkom wird Eigentümerin des Stromnetzes im Gebiet dieser neun Nordkreiskommunen. Den Betrieb soll ein Pächter gewährleisten. Geldeinnahmen bringen unter anderem Gebühren fürs Durchleiten von Strom durch das Leitungsnetz der Enerkom. In einem weiteren Schritt könnte ein Regionalwerk im Nordkreis selbst Strom anbieten. (lgr)

Quelle: HNA

Kommunen wollen bei Energie das Sagen haben

Kritik von Bürgermeistern an Gesetzentwurf der Landesregierung

SCHWALM-EDER. Ein Gesetzentwurf bedroht derzeit die Gründung der regionalen Energiegesellschaft Enerkom. Neun Kommunen im Nordkreis wollen die Stromnetze von der Eon zurückkaufen und betreiben. Sie erhoffen sich Gewinne und Einflussnahme. Die von CDU- und FDP-Fraktion geplante Änderung des Paragrafen 121 der Hessischen Gemeindeordnung (kommunale Wirtschaftstätigkeit) sieht jedoch eine Beteiligung von Kommunen an einer solchen Gesellschaft mit maximal 50 Prozent vor. „Unser Konstrukt einer 51-prozentigen Beteiligung würde dann nicht funktionieren.


Wir wollen aber die Einflussnahme in der Gesellschaft“, sagt Mario Gerhold, Sprecher der Bürgermeister- gemeinschaft der beteiligten Städte und Gemeinden. Wenn die Regierung an diesem Entwurf festhalte, werde ihr gehörig der Wind ins Gesicht pfeifen, echauffiert sich Gerhold. Am 8. Dezember wird der Entwurf im Innenausschuss diskutiert. Bis dahin wolle man CDU und FDP davon überzeugen, eine Mehrheitsbeteiligung zuzulassen, sagt Gerhold. Er vermutet Lobbyarbeit der Energieversorgungsunternehmen hinter dem Entwurf:
Es habe den Anschein, als gebe es Bestrebungen, die Bemühungen der Kommunen zu unterbinden, die Energiewende mitzugestalten. „Es ist aus unserer Sicht nicht schlüssig, was CDU und FDP vorhaben“,
sagt Gerhold. Unterstützt wird er vom Hessischen Städtetag. Auch der Städtetag fordert die Möglichkeit einer Mehrheitsbeteiligung von Kommunen. Dr. Frank Blechschmidt, kommunalpolitischer Sprecher der  FDP-Landtagsfraktion sagt dazu: Die Energiewende laufe bereits, Beispiele dafür, dass Kommunen ausgeschlossen sein sollen, existieren nicht. Es handele sich nicht um Lobbypolitik, sondern um die Gewährleistung, dass sich private Unternehmen beteiligten.

CDU und FDP gefährden Pläne

Nur Mehrheitspartner in neuen Netzgesellschaften können die Richtung vorgeben

SCHWALM-EDER. Die Bürgermeister der Region sind nicht einverstanden mit dem Entwurf der Landesregierung zur Änderung der Hessischen Gemeindeordnung. Streitpunkt ist der Vorschlag von CDU und FDP-Fraktion, die Beteiligung von Kommunen bei wirtschaftlicher Betätigung auf 50 Prozent zu deckeln.
„Wir wollen aber mitbestimmen“, sagte Edermündes Bürgermeister Karl-Heinz Färber. Den Grund nennt er auch: Die Kommunen wollen in der Gestaltung der Zusammenarbeit die Richtung vorgeben zum Beispiel, wenn es um den Anteil von regenerativen Energien gehe.

Mehr regenerative Energie


Wenn ein Energieversorger, der als Partner in eine kommunale Netzgesellschaft geholt worden ist, den Anteil von regenerativ erzeugter Energie erhöhen soll, muss er dafür ins Netz investieren, erklärt Oliver Steyer, Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Grünen zur Übernahme der Stromnetze. Nur als Mehrheitspartner könne man eine solch weitreichende Entscheidung vorgeben

Zukunft der Stromversorgung: Der Windenergie wird eine wichtige Rolle bei der Energiewende zugeschrieben. Die Kommunen wollen regenerative Energien fördern und daher die Möglichkeit einer Mehrheitsbeteiligung. Archivfoto: dpa

Das gesamte Vorhaben, die Stromnetze in der Region zu übernehmen und nicht einen weiteren Konzessionsvertrag mit Eon Mitte abzuschließen, basiere auf dem Konstrukt einer Mehrheitsgesellschaft, sagt Mario Gerhold, Körles Bürgermeister. Gerhold ist auch Sprecher der neun Kommunen, die gemeinsam die regionale und kommunale NetzgesellschaftEnerkom gründen wollen. „Will die Kommune mehr als 50 Prozent, ist dies möglich, sofern kein Privater für ein größeres Engagement vorhanden ist“, sagt Alexander Bauer, innenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.
Finde sich kein dritter Anbieter, dann solle die Dynamik zur Förderung von erneuerbaren Energien nicht erlahmen.


Die wirtschaftliche Betätigung der Einwohner – etwa in Form von Genossenschaften und neuen Beteiligungsmodellen wie Bürgerparks – werde künftig erleichtert, sagt Bauer. Es bestünden außerdem zahlreiche Möglichkeiten für Kommunen, über Konzessionsverträge, Verpachtung von Land und Dachflächen, Gewinne auch ohne eigenes wirtschaftliches Engagement zu realisieren, sagt Dr. Frank Blechschmidt, kommunalpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion. Kommunales Engagement könne auch bisweilen aus dem Ruder laufen.


Die Entstehung einer kommunalen Energiegemeinschaft sei keineswegs ein aus sich heraus förderungswürdiger Selbstzweck. „Sinnvoll ist ein gradueller Umbau der Energielandschaft hin zu dezentralen Strukturen.“ Sollte beim Energiegipfel keine Einigung erzielt werden, werde es auch keine Änderung des Paragrafen 121 der HGO geben, stellt Blechschmidt in Aussicht.

Quelle: HNA

 

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