Stromnetz Schwalm Eder

Kreistag fordert Alternativ-Trasse

FDP und SPD mit Vorschlägen zu 380-kV-Leitung

SCHWALM-EDER. Ein besserer Schutz der Bevölkerung vor Beeinträchtigungen durch die geplante 380-kV-Leitung liegt allen Kreistagsfraktionen am Herzen. Alle Fraktionen schlossen sich einem Antrag der FDP-Fraktion an, in dem gefordert wird, nach einem Alternativ-Korridor vor allem in der Söhre zu suchen.
Bei einer Trasse durch das Waldgebiet gebe es zwar Bedenken von Forst- und Naturschutz, aber hier müsse das Wohl der Menschen stärker im Vordergrund stehen, meinte die FDP. Ebenso billigte der Kreistag einen Ergänzungsantrag der SPD-Fraktion.

Ein Bild, das auch Befürchtungen weckt: Eine Hochspannungstrasse
soll auch durch den Schwalm-Eder-Kreis führen.
Foto: Archiv

Die Sozialdemokraten wünschen einen Runden Tisch zu diesem Thema. Dort sollen Vertreter des
Umweltministeriums und des Verkehrsministeriums, aber auch Repräsentanten von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden sowie von Land- und Forstwirtschaft mitreden.
Eine Erdverkabelung, wie häufig gefordert wurde, werde es aber leider wohl nicht geben, erklärter Erster Beigeordneter Winfried Becker. Im Sinne des Naturschutzes forderten die Grünen dennoch, sich auch weiter für eine Erdverkabelung einzusetzen.

(hro)

Quelle: HNA

 

Kommunale Beteiligung an Stromnetzen berge viele Risiken

Landrat plädiert für Verbleib bei Eon Mitte

Schwalm-Eder. Die Städte und Gemeinden des Landkreises sollten nach Ansicht von Landrat Frank-Martin Neupärtl die Konzession für die Stromnetze auch über 2011 hinaus an die Eon Mitte vergeben.

Eine kommunale Beteiligung etwa an einer geplanten Stadtwerke-Union Nordhessen berge erhebliche Risiken, sagte er gegenüber der HNA. Der Landkreis ist mit drei Prozent Anteilseigner von Eon Mitte, Neupärtl gehört dem Aufsichtsrat des Unternehmens an. Aus den Geschäftsanteilen ergab sich in 2009 eine Dividende von 1,3 Millionen Euro. Auf diese Einnahmen könne der Landkreis nicht verzichten, erklärte Neupärtl. Das Geld fließe je zur Hälfte in die Jugend- und Freizeiteinrichtungen sowie in den Kreis-Etat. Sollte die Einnahmen ausbleiben, müsste die von den Kommunen zu zahlende Kreisumlage um einen Prozentpunkt erhöht werden.

Der Landkreis könne allerdings nur eine Empfehlung für die Vergabe der Netzkonzessionen aussprechen, sagte Neupärtl. Entschieden werde darüber in den Kommunal-Parlamenten. Im Schwalm-Eder-Kreis haben sich die betroffenen 24 Bürgermeister zu einer Energie-Kommission zusammengeschlossen. Sie verhandeln unter anderem mit Stadtwerken über die künftige Vergabe der Konzessionen und eine eventuelle Beteiligung am Stromgeschäft.

Die Kommunen müssten bei einer Beteiligung am Kauf der Netze erhebliches Eigenkapital aufbringen, das sie angesichts leerer Kassen nicht hätten, erklärte der Landrat. Die Rendite-Aussichten seien unsicher, und in den kommenden Jahren stünden erhebliche Investitionen an. Neupärtl hat Gespräche mit Bürgermeistern geführt und ihnen einen eigenen Vorschlag unterbreitet, der einen Verbleib bei Eon Mitte beinhaltet. Er sei damit überwiegend auf Wohlwollen und großes Interesse gestoßen, sagte Neupärtl. Der Landrat rät den Kommunen, mit Eon Mitte Verträge über eine Laufzeit von zehn Jahren abzuschließen, die ein erstes Kündigungsrecht schon nach fünf Jahren einschließen sollten. Gleichzeitig sollte eine Netzgesellschaft mit Eon Mitte gegründet werden, in der die Kommunen 51 Prozent der Anteile halten. Das könne mehr Einfluss sichern und schaffe Zeit, um eine kommunale Netzbeteiligung zu prüfen. Die Zusammenhänge seien sehr komplex und müssten vermutlich durch ein aufwändiges Gutachten geklärt werden. Bisher gebe es in Deutschland nur wenige Beispiele für eine gelungene Übernahme der Stromnetze durch die Kommunen

Kein Geld für Stromnetze - für überschuldete Kommunen unrealistisch

Ein hoher Kapitalbedarf, enorme Investitionen und eine ungewisse Rendite-Prognose: Es gebe viele Sachargumente, den Partner für die Stromversorgung nicht zu wechseln und stattdessen den Vertrag für die Netzkonzessionen mit Eon Mitte zu verlängern, meint Landrat Frank-Martin Neupärtl. Die Entscheidung über einen Wechsel oder den Verbleib bei Eon Mitte treffen die Kommunalparlamente.

Die Bürgermeister der 24 betroffenen Kommunen haben sich in einer Energiekommission zusammengeschlossen und bereiten das Votum vor. Die nächste Sitzung findet heute statt. Für Neupärtl zählen folgende Argumente: Kauf der Netze: Bei einer Beteiligung an einer Stadtwerke-Union (51 Prozent Kommunen, 49 Prozent Stromversorger) müssten sich die Städte und Gemeinden am Kauf der Stromnetze mit einem Eigenkapital-Anteil von mindestens 40 Prozent beteiligen.

Geld, das angesichts hoher Fehlbeträge in den kommunalen Haushalten nicht vorhanden sei. Neupärtl: Das Risiko einer Beteiligung schätze ich als zu hoch ein." Ob die Kommunalaufsicht unter diesen Umständen dem Kauf von Stromnetzen zustimmen würde, hält Neupärtl für unwahrscheinlich. Als Landrat ist er verantwortlich für die Kommunalaufsicht. Auch der Schwalm-Eder-Kreis selbst könne sich keine Beteiligung an einer Stadtwerke Union leisten. Investitionen: Im Jahr 2008 habe Eon Mitte 71 Millionen Euro für die Unterhaltung, den Betrieb und den Ausbau der Stromnetze ausgegeben. Bis 2029 solle nach Unternehmensangaben eine Milliarde Euro ausgegeben werden.

Je stärker der Anteil der Erneuerbaren Energie steigen werde, um so höher werde der Aufwand sein. Neupärtl hält es für unrealistisch, dass sich die Kommunen an diesem Aufwand beteiligen könnten. Erneuerbare Energie: 19.000 Anlagen für Erneuerbare Energie gebe es im Geschäftsgebiet von Eon Mitte, 6300 seien allein in 2009 hinzu gekommen, davon 1000 im Landreis. Die Zahl werde bis 2012 nach Einschätzung der Eon auf 30.000 steigen, sagte Neupärtl. Netzbetreiber seien verpflichtet, neue Anlagen anzuschließen. Einnahmen: 2008 habe Eon Mitte 4,9 Millionen Euro an Konzessionsabgaben an die Kommunen gezahlt, außerdem Gewerbesteuern von 400.000 Euro.

Der Landkreis habe eine Dividende von 1,3 Millionen Euro erhalten. Personal: 150 Menschen aus dem Schwalm-Eder-Kreis arbeiten nach Angaben Neupärtls bei Eon Mitte. Bei einer Beschäftigtenzahl von 1000 Leuten bilde das Unternehmen 100 junge Leute aus. Beispiel Großalmerode: Die Städtischen Werke Kassel werden mit der Gemeinde Großalmerode eine Gesellschaft zum Betrieb der Stromnetze gründen. Die Entscheidung fand in Nordhessen viel Beachtung, weil von ihr Signalwirkung erwartet worden war. Neupärtl: "Der Vertrag ist absolut unsolide", und er werde ein Einzelfall bleiben. Großalmerode sei eine jährliche Rendite von 90.000 Euro garantiert worden. Außerdem werde der Gemeinde zugesichert, jederzeit aus dem Vertrag aussteigen zu können.

Quelle: HNA

 

Beteiligung der Gemeinden am Stromnetz

Die Gemeinden  sind in erster Linie an den Einnahmen durch die Netzdurchleitung interessiert,  an einem Ausbau oder sogar Verbesserung der Stromnetze für die zukünftigen Aufgaben fehlt das Geld. Als nächster Schritt möchte man gerne als Stromanbieter auftreten,  um durch die höheren Einnahmen die Haushalte auszugleichen, von den anstehenden Veränderungen in den nächsten Jahren macht man sich scheinbar keiner Gedanken.

Gutes Beispiel der  Zuwachs der erneuerbaren Energien in Deutschland beträgt allein in den letzten 10 Jahren fast 300%, Spitzenreiter durch das Förderprogramm der Bundesregierung der erneuerbaren Energien ist der  Anstieg der Stromgewinnung bei den Photovoltaikanlage mit 2000%.

Die Stromnetze werden anspruchsvoller, bedingt durch die erneuerbaren Energien, angefangen von der Photovoltaikanlage, Windkraftanlage, Wasserkraftanlage, Biomasseanlage bis hin zur Mikro Kraftwärmeanlage von 1 kw Stromleistung.

Durch die mittlerweile vielen Möglichkeiten der Stromgewinnung auch für Privathaushalte wird die Nachfrage nach Strom in Privathaushalten geringer und der Eigenverbrauch der erzeugten Energie steigen, der günstige Strom aber für die Industrie der über die erhöhten Strompreise jahrelang   durch die Privathaushalte subventioniert wurde teurer.

Die Folge, die Stromanbieter müssen die Strompreise für die Industrie erhöhen, mit dem Ergebnis, dass auch die Industrie Geld  in dem Bereich Eigenstromversorgung   investiert, die Folgen für die Stromanbieter ist absehbar. Der Strommarkt wird dann unter den Stromanbietern  durch die geringere Nachfrage hart umkämpft, mit dem Ergebnis geringerer Einnahmen.
Das nächste Problem, wenn viele Kommunen als Stromanbieter auftreten, findet ein größerer Preiswettbewerb statt, für den Kunden eine gute Sache, aber für den Stromanbieter geringere Einnahmen.

Wichtig für die Kommunen auch der Gemeinde Malsfeld, der Kaufpreis, wenn bei den Verhandlungen  nur an den angeblichen risikolosen Einnahmen gedacht wird, werden viele Gemeinden und Kommunen eine Bruchlandung erleben, die am Ende wen wundert es, der Bürger durch höhere Abgaben zahlt.
Auch ein großes Problem der Gemeinden, selber hat man keine Erfahrungen in dem Bereich, und man ist auf  Dritte angewiesen ebenso für den Unterhalt der Stromnetze.


Schon  jetzt wirft der Umbruch auf dem Energiemarkt seine Schatten voraus,  EON wird in Deutschland 6000 Stellen streichen.

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis es günstige Stromspeichermedien für Photovoltaikanlagen gibt, dann ist jeder Eigenheimbesitzer Selbstversorger, und kann dann immer noch über 50% des erzeugten Strom ( auf meine Photovoltaikanlage bezogen!) der Photovoltaikanlage in das Netz einspeisen.

Die Tendenz wird dahin gehen, dass auch in der Stromversorgung der Verbraucher sich selbst versorgt, gutes Beispiel unsere Heizung.

Man muss sich auch Fragen, warum die Städte und Kommunen das Stromgeschäft damals an die jetzigen Versorger  abgetreten haben, die Einnahmen der Gemeinden waren auch vor 20 Jahren nicht ausreichend.

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