Feuerwehr Schwalm-Eder

 

Die Hilfe muss kommen

Veränderungen im Feuerwehrwesen werden weitgehend akzeptiert

SCHWALM-EDER. Die Neuregelungen zu den Einsätzen der Schwerpunktfeuerwehren im Schwalm-Eder-Kreis stößt nach Angaben von Kreisbrandinspektor Werner Bähr weitgehend auf Akzeptanz der betroffenen Kommunen. In einem Gespräch waren die Bürgermeister der Städte und Gemeinden über das neue Konzept informiert worden.

Borkens Bürgermeister Bernd Heßler sieht seine Wehr sogar etwas aufgewertet. Sie ist auch überörtlich für die Wasserrettung zuständig. Der Vertrag sei eine gute Grundlage vor dem Hintergrund der gesetzlichen Neuregelung und der finanziellen Lage des Kreises. Der Kreis ist ab sofort nur noch verantwortlich für die Hilfseinsätze, die binnen 30 Minuten geleistet werden müssen, bei denen innerhalb der 20-Minutengrenze sind die Kommunen gemeinsam gefragt. Die Stadt Borken fordert jedoch bei der Anschaffung von zwei Ersatzfahrzeugen finanzielle Unterstützung des Kreises.

Einsatz unter harten Bedingungen. Diesen Brand bei Trockenerfurth löschten die Feuerwehleute aus Borken im Jahr 2010 bei strömendem Regen. Archivfoto: Zerhau

Nachverhandeln

Schwalmstadts Bürgermeister Wilhelm Kröll mochte sich noch nicht zum Vertragswerk äußern. Seine Kommune will noch nachverhandeln über die Finanzierung der kreiseigenen Atemschutzstrecke. Keine Schwerpunktfeuerwehr, aber eine mit relativ vielen Einsätzen auf der Autobahn – also überörtlichen Aufgaben – hat die Gemeinde Guxhagen. Deren Bürgermeister Edgar Slawik meint, mit der Einsatzprämie von 1000 Euro könne man gut leben, zumal die vorhandene Ausstattung der Wehr ausreichend sei. Spangenbergs Bürgermeister Peter Tigges bedauert zwar den Verlust des Status einer Stützpunktfeuerwehr, kann aber, so erklärte er gegenüber der HNA, das Gesamtkonzept des Kreises durchaus nachvollziehen.

Die Stadt Homberg könne mit den neuen Regelungen gut leben, wenn sie denn wie geplant von den Kreisgremien abgesegnet würden, erklärte Bürgermeister Martin Wagner. Die Bedeutung der Stützpunktfunktion Hombergs mit der Wahrnehmung der überörtlichen Aufgaben, zum Beispiel auf der Autobahn, werde weiter betont. Die Einnahmen der Wehr würden sich verbessern durch die Einsatzprämien und die Kreiszuschüsse für überörtliche Lehrgänge. Freiwillig will der Kreis eine Reihe von Fahrzeugen und Ausrüstungen weiterhin fördern.

Dazu zählen auch Drehleitern für Borken und Neukirchen sowie ein Rettungsboot für Borken. Lehrgänge sollen künftig an den Standorten Borken, Fritzlar, Melsungen, Homberg und Schwalmstadt stattfinden. Der Kreis zahlt für die Bereitstellung der Räumlichkeiten Lehrgangsprämien. Für je einen der etwa sechs Grundlehrgänge im Jahr sollen 400 Euro ins jeweilige Gemeindesäckel fließen, für Atemschutz-oder Maschinistenlehrgang je 200 Euro.

Noch abstimmen Mit den Neuerungen reagiert der Kreis auf die vom Land Hessen geänderten Ausführungsbestimmungen der Feuerwehr-Organisationsverordnung. Der Vertragsentwurf muss nach Angaben des Erster ten Kreisbeigeordneten Winfried Becker noch mit den Nachbarkreisen und dem Regierungspräsidium abgestimmt  werden. Der Kreis ist nordhessenweit Vorreiter bei der Umsetzung der neuen Hilfsfristen. Der Kreis erhofft sich durch die Neuregelungen jährliche Einsparungen um etwa ein Drittel. Die Kreisgremien werden noch gehört. (sis)

Quelle: HNA

 

Sicherheit nicht in Gefahr

Feuerwehren beklagen den Verlust ihrer Funktion als Stützpunktwehren

SCHWALM-EDER. Die Verträge mit den drei Stützpunktfeuerwehren, die ab 1. Januar kommenden Jahres ihren Status verlieren, wären ohnedies ausgelaufen, sagt Kreisbrandinspektor Werner Bähr. Wegen der geänderten Rettungsfristen muss der Landkreis nur noch vier statt sieben Stützpunktfeuerwehren unterhalten.

Ihren Status als Stützpunktfeuerwehr verliert auch die Feuerwehr Jesberg. Doch zugleich flatterte ein Brief vom Regierungspräsidium Kassel ins Rathaus, in dem die Wehr als „Feuerwehr mit Sonderaufgaben“ bezeichnet wird, berichtet Bürgermeister Günter Schlemmer.


Zu den Sonderaufgaben zählen unter anderem die Betreuung des Autobahnabschnitts von Borken bis Bischhausen und der Bundesstraße 3 sowie überregionale Aufgaben bei Hilfseinsätzen. „Durch die Hintertür behielt die Wehr ihre Aufgaben, doch die finanzielle Hilfen wurde gestrichen“, sagen Schlemmer und Wehrführer Bernd Viernau. Doch trotz des Verlustes der Stützpunktfunktion wollen sich beide nicht beklagen.

Im Einsatz: Die Feuerwehren, wie hier bei einem Unfall auf der A 49, stehen mit der Neuordnung der Rettungfristen vor neuen Herausforderung. Archivfoto: Zerhau/nh

Die Kellerwaldgemeinde erhielt in den vergangenen Jahren ein neues Feuerwehrauto und einen neuen Schulungsraum. „Erstmal stehen wir in Jesberg gut da“, sagt Schlemmer. Doch unklar sei, wie es künftig bei Neubeschaffungen mit Zuschüssen aussieht. Das sieht der Erste Kreisbeigeordnete Winfried Becker ähnlich. Dennoch: „Wir lassen die Wehren auch nach der Neuordnung nicht im Regen stehen.“ Vor allem aber werde durch die Neuordnung keine Sicherheitslücke im Brandschutz und bei technischen Hilfeleistungen entstehen.
Nach Darstellung von Becker und Bähr liege das daran, dass die Ausrüstung auf einem hohen Stand sei.

Als Beispiel nennen sie die Ausstattung mit Rettungsscheren. Sie gehörten heute zum Standard. Ähnlich sei es bei Tanklösch-Fahrzeugen, die in jeder Großgemeinde vorhanden seien, so dass sich die Gemeinden gegenseitig sogar schneller helfen können, als auf die Stützpunktwehr zu warten.

Quelle: HNA

 

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