In Rostlauben zum Unterricht: Mehr als die Hälfte der Schulbusse nicht verkehrssicher

Schwalm-Eder. Der Fraktionsvorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Mark Weinmeister, ist entsetzt, in was für Fahrzeugen Schüler transportiert werden. Bei einem Elterngespräch ist der Kreistagsabgeordnete Edgar Bruchhäuser auf dieses Problem aufmerksam gemacht worden.

Drei Schulbusse stillgelegt

Sofort gab es ein Gespräch mit der Verkehrspolizei in Homberg, bei dem das ganze Maß an Mängeln zutage kam. Bei einer erst kürzlich vorgenommenen Kontrolle von 33 Fahrzeugen, die in den Bereichen Neukirchen, Fritzlar und Melsungen unterwegs sind, waren bei 15 teilweise erheblichen Mängel festzustellen, drei Fahrzeuge wurden nach einer technischen Überprüfung mit sofortiger Wirkung stillgelegt.

Folgende Mängel wurden festgestellt: Abgelaufene TÜV- und Bremsuntersuchungen, durchgerostete Trägerteile, mangelhafte Beleuchtung, nur teilweise funktionierende Bremsen, fehlende Nothammer oder ungeprüfte Feuerlöscher.

„Man muss sich fragen, was der Landrat und die Kreisverwaltung tatsächlich unternommen haben, um die versprochene sichere Schülerbeförderung zu gewährleisten. Hier scheint es, dass der Landrat seinen Versprechungen nicht weiter gefolgt ist, ansonsten wäre ein solch katastrophales Untersuchungsergebnis nicht zu erklären“, schimpft Weinmeister.

Nicht minder erstaunt zeigte sich die FWG Kreistags-Fraktion. „Wenn Verkehrskontrollen eklatante Mängel bei Bussen aufzeigen und ein solch Besorgnis erregendes Ergebnis haben, dann ist sofortiges Handeln von Seiten des Kreises nötig“, erklärte der FWG-Fraktionschef Willi Werner. Seine Partei habe den Vorsitzenden des Ausschusses für Wirtschaft, Mobilität und Bürgerbeteiligung, Lothar Kothe, nun gebeten, die Problematik schon kommenden Montag auf die Tagesordnung der gemeinsamen Sitzung mit den Ausschüssen für Umwelt und Bildung zu setzen.

„Wir gehen davon aus, dass Landrat Neupärtl und der NSE-Geschäftsführer Mike Stämmler großes Interesse daran haben, den Sachstand, seine Beurteilung und die bereits in die Wege geleiteten Maßnahmen in der gemeinsamen, öffentlichen Ausschusssitzung am 28. November darzulegen“, sagt Werner. „Im Sinne der Sache ist Eile geboten.“

Reparaturen nachgewiesen

Diese gebotene Eile wurde bei der NSE ebenfalls erkannt, wenngleich unter anderen Vorzeichen. Wie Geschäftsführer Stämmler auf Anfrage erklärte, habe ihn die Polizei zwar unmittelbar nach den Kontrollen über Mängel behaftete Busse unterrichtet, jedoch offensichtlich nur in Auszügen. Darin sei von 17 kontrollierten Fahrzeugen die Rede gewesen, von denen acht Mängel aufwiesen wie beispielsweise einen fehlerhaft ausgefülltes Datenblatt eines Fahrtenschreibers.

„Bei gravierenderen Mängeln haben wir uns die Reparaturen von den Busunternehmen belegen lassen.“ Im Auftrag der NSE fahren zwei Bus- und ein Subunternehmer. Für die technischen Prüfungen deren Fahrzeuge sei aber nicht die NSE, sondern Dekra oder TÜH zuständig. Stämmler fragt sich: „Haben die Prüfinstanzen so gearbeitet wie erwartet?“

Letztlich sei die Schulbussicherheit eine unternehmerische Aufgabe. Mike Stämmler sieht sie erfüllt: „Wir gehen davon aus, dass unsere Kinder sicher unterwegs sind.“

Quelle: Heimatnachrichten