Branchenverband der Busunternehmer: “Die Polizei lässt bei unangemeldeten Buskontrollen das Augenmaß vermissen”

Schwalm-Eder. Der Geschäftsführer der Firma Frölich Reisen ist angesichts der Schulbuskontrollen vom Donnerstagmorgen und der darum entbrannten Diskussion selbst völlig überrascht. „Die Polizei darf in den laufenden Schulbusbetrieb nicht einfach eingreifen“, meint der Chef des angesehenen Familien-Unternehmens, das in Nordhessen mehr als 150, zu einem großen Teil nagelneue  Busse im Einsatz hat. Zuletzt schaffte Frölich nachgerade für den Einsatz im NSE sechs neue Schulbusse an.

Dass sich Polizei und Dekra über Kleinigkeiten wie fehlende Unterlegkeile oder defekte Birnchen derart aufregen, findet er eine unerträgliche Beeinträchtigung der Arbeit der Busfahrer. Bernd Frölich kann nicht nachvollziehen, warum bei Kontrollen immer wieder Nebensächlichkeiten von den Behörden zu sicherheitsrelevanten Mängeln aufgebauscht werden.

Polizeieinsätze unangebracht

Dieselbe Ansicht vertritt der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer e.V. Die Sicherheit im Straßen- und insbesondere im Schulbusverkehr sieht der Verband auf einem sehr hohen Niveau angesiedelt. Verbandsgeschäftsführer Volker Tuchan: „Generell gehört der Bus zu den sichersten Verkehrsmitteln. Für Omnibusse besteht ein engmaschiges Netz an Untersuchungen.“ Alle 12 Monate müssten die Fahrzeuge zur Hauptuntersuchung, alle drei Monate zur Sicherheitsprüfung.

Bernd Frölich


Spontane Einsätze der Polizei hält auch Tuchan für unangebracht: „Sofern Kontrollen neben den turnusmäßigen Sicherheitstests stattfinden, sollten diese, außer bei Gefahr im Verzug, ohne die Anwesenheit von Fahrgästen durchgeführt werden, um die pünktliche Beförderung der Fahrgäste nicht zu behindern. Wir halten es für sinnvoll, die Kontrollen nicht im Rahmen des laufenden Betriebs durchzuführen, sondern vielmehr am Betriebshof des Unternehmens vor der Abfahrt.“

 

Erneut in den Kreistag

Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Mark Weinmeister, lässt sich mit solchen Argumenten nicht abspeisen. Nach seinen Worten ist das Ergebnis der neuerlichen Untersuchungen „beschämend“ und „schlichtweg unbegreiflich“.

Die CDU werde in der nächsten Kreistagssitzung einen Dringlichkeitsantrag stellen, um die Hintergründe dieser Kontrolle zu ermitteln, damit alle Kinder in sicheren Schulbussen zur Schule und wieder nach Hause gebracht werden.

Quelle: Heimatnachrichten