Busverkehr könnte billiger werden: 700.000 Euro durch geänderte Schulzeiten?

Schwalm-Eder. Über eine so genannte Schulbusneuordnung, die bis zu 700.000 Euro jährlich einsparen soll, denken zurzeit die Kreisbehörde als Schulträger und die Nahverkehr Schwalm-Eder GmbH (NSE) nach.

Das erklärten Landrat Frank-Martin Neupärtl und NSE-Geschäftsführer Mike Stämmler unter Berufung auf ein Vorgutachten durch das Zentrum für integrierte Verkehrssysteme GmbH an der Technischen Universität Darmstadt. Demnach könnte eine Verschiebung der Schulanfangszeiten die Anzahl der nötigen Schulbusse um bis zu 20 Prozent reduzieren.

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Durch zwei Varianten könnte das laut Verkehrswissenschaftler erreicht werden: erstens eine Verschiebung der bestehenden Unterrichtszeiten um bis zu maximal 15 Minuten, zweitens einen gesamten Zeitkorridor für den Schulbeginn zwischen 7.30 und 8.30 Uhr.

Derzeit befördern täglich über 100 Fahrzeuge allein auf den von der NSE verantworteten Linien rund 10.000 Schüler an die 75 Schulen im Landkreis. „Eine große Anzahl dieser Fahrzeuge wird im weiteren Tagesverlauf nicht mehr benötigt“, sagt Mike Stämmler. „Die Folge sind sehr kurze Einsatzzeiten in den Verkehrsspitzen. Dies führt für den Schwalm-Eder-Kreis sowie die NSE als Besteller des ÖPNV-Angebotes zu extrem hohen Kosten, da sich die hohen Personal- und Fahrzeugkosten in den Angebotspreisen widerspiegeln.“

Zurzeit beträgt der Auftragswert für den ÖPNV im Schwalm-Eder-Kreis zirka 7,5 Millionen Euro. An der Qualität der Beförderungsleistung und an der Schulbussicherheit soll durch eine reduzierte Fahrzeuganzahl jedoch nicht gespart werden, versichert Landrat Neupärtl. „Um die Einsparungen zu erreichen, müssten 38 unserer 75 Schulen ihre Anfangszeiten ändern. Die Schulanfangszeiten bestimmen aber nicht wir als Schulträger, sonder die Schulleiter“, erklärt der Verwaltungschef weiter. „Die Schulleiter sind nun über unsere Einsparpläne vorinformiert. Ich wünsche mir nun, dass ein Dialog mit ihnen stattfindet.“

Zeit für derlei Diskussionen bleibt noch reichlich. Aufgrund noch zahlreicher bestehender Verträge mit den Busunternehmen könnte ein neues Vergabeverfahren der Schulbusverkehre nach Worten Stämmlers im Jahr 2015 beginnen, sofern dies gewünscht werde. Ohne großen Zeitdruck ließe sich die Umstellung der bestehender Verträge sukzessive bewerkstelligen. Einstweilen solle das Vorgutachten durch das Zentrum für integrierte Verkehrssysteme konkretisiert und dann den Schulleitern zur Diskussion vorgelegt werden.

Quelle: Schwälmer Bote