Erneuerbare Energien

 

Erste Solartankstelle im Schwalm-Eder-Kreis wird Freitag eingeweiht

Melsungen. Die erste Solartankstelle im Schwalm-Eder-Kreis wird am Freitag, 11. März, eingeweiht. Sie steht in Melsungen auf dem Parkplatz der Radko-Stöckl-Schule, unweit der Sporthallen, des Hallen- und des Freibades und nicht weit weg vom Altenheim.

Gemeinsam für den Stromantrieb: Markus Gille, Abteilungsleiter Technik an der Radko-Stöckl-Schule, Stadtmanagerin Daniela Sperling und Axel Bischoff vom Zweiradhaus Bischoff. Fotos:  Müller-Neumann

Somit liege die Stromtankstelle „relativ zentral“, findet Markus Gille, Abteilungsleiter Technik an der Berufsschule. Zentral insofern als dass Schüler, Lehrer, Sportler, Schwimmbadbesucher und Bewohner des Seniorenheimes dort ihr elektrisch betriebenes Fahrzeug wieder aufladen können. An der Zapfsäule gibt es Stromnachschub für Elektro-Autos, Elektro-Roller, elektrische Rollstühle (für Gehbehinderte), aber auch für die Fahrräder, die dank E-Motor die eigene Muskelkraft unterstützen.

Gut für Tourismus

Und mit diesen Fahrrädern kommt der Tourismus ins Spiel. Melsungen möchte sich in Sachen Radtourismus noch beliebter machen und setzt dabei auf auf die auf Elektro-Räder spezialisierte Tourismus-Organisation Movelo.

Räder zum Mieten

Die so genannten Pedelecs können sowohl Auswärtige als auch Melsunger über Movelo mieten. Der Preis pro Tag liegt zwischen 15 und 20 Euro, zu haben sind sie im Zweiradhaus Bischoff in Melsungen, Vorstadt 6. Zum Start gibt es erst einmal nur zwei.

Während alle E-Fahrzeuge den Strom von der Säule per Kabel zu den Akkus leiten, werden die Fahrrad--Akkus direkt in die Säule gesteckt. Das klappt bei eigenen Rädern ebenso wie bei den gemieteten. Bei diesen, sofern sie über Movelo ausgeliehen wurden, kann aber auch der komplette Akku getauscht werden: beim Zweiradhaus Bischoff und am Wochenende im Hessischen Hof, erklärt Axel Bischoff.

Der Fulda-Radweg R 1 soll entsprechend beschildert werden, sagt dazu die Melsunger Stadtmanagerin Daniela Sperling. Ein Anreiz soll auch sein, dass Tagestouristen fünf Tage kostenlos Sonnenstrom tanken können. (bmn)

Quelle: HNA

Energiewende im Schwalm-Eder mit Windkraft

Nach dem Atomausstieg muss in Hessen der Ausbau der erneuerbaren Energie weiter vorangetrieben werden. Derzeit ist Hessen mit einem Anteil von 6% noch weit entfernt von den angestrebten 20% Anteil der erneuerbaren Energie am Gesamtbedarf.
Hierzu trägt die Windenergie erst zu einem Drittel, also 2% bei. Wir alle haben die Energiewende gewollt, jetzt müssen wir sie auch mit Leben erfüllen, so der wirtschaftspolitische Sprecher der FWG-Kreistagsfraktion Lothar Kothe (Malsfeld)  in Homberg.

Gerade für den weiteren Ausbau der Windenergie fehlt aber immer noch die notwendige Akzeptanz in der Bevölkerung. Deshalb ist es Aufgabe aller Verantwortlichen durch Bürgerversammlungen und Informationsveranstaltungen den Dialog mit den Bürgern zu führen und ihn bei den anstehenden Entscheidungen zu beteiligen. Die von der Landesregierung erstellte Windkarte zeigt, dass der Schwalm-Eder-Kreis einer der windschwächeren Kreise in Hessen ist. 

Der RP beabsichtigt nur Flächen mit einer Windgeschwindigkeit von 5,75 m/sec. bei der Ausweisung von Windvorrangflächen zu berücksichtigen. Aus Sicht der FWG ist allerdings die Wirtschaftlichkeit einer Windkraftanlage erst bei einer Windgeschwindigkeit von 6 m/sec. gegeben, so Kothe.  Deshalb befürwortet die FWG nur Flächen mit einer Windgeschwindigkeit von mindestens 6 m/sec. auszuweisen.

 

 

 

Folgende weitere Einschränkungen gibt es: Als Abstand für die vorhandene Wohnbebauung sind 1000 m vorgeschrieben. Da im Kreis FFH-, Naturschutz- und Vogelschutzgebiete bestehen, die eine Aufstellung von Windrädern nicht ermöglichen  oder erschweren, kommt es zu weiteren nicht nutzbaren Flächen. Hinzu kommt der Umkreis um den Hubschrauberstützpunkt der Bundeswehr in Fritzlar, in dessen Einzugsgebiet ebenfalls keine Windräder aufgestellt werden können.Die von der Regionalen Planungsversammlung angestrebte Ausweisung von 2% der Fläche des Kreises für Windkraft wird nach Auffassung der Freien Wähler aus vorgenannten Ausschlusskriterien nicht zu realisieren sein.

Deshalb befürwortet die FWG,  dass sich mehrere Kommunen zusammenschließen, und gemeinsam  Flächen  ausweisen. Im Nordkreis könnten dies die 9 Städte und Gemeinden sein, die gemeinsam das Stromnetz von Eon-Mitte übernehmen wollen, oder beispielsweise die Kommunen des Zweckverband Knüll, um nur 2 Beispiele für den Kreis zu nennen.
Wir finden es richtig, dass unter der Regie des 1. Kreisbeigeordneten Winfried Becker der Dialog zwischen dem Kreis und den Kommunen weiter geführt werden soll. Ein gemeinsames Vorgehen und Abstimmen unter- und miteinander halten wir für sehr wichtig, erklärte Lothar Kothe für die Freien Wähler.


Die FWG bevorzugt eine Beteiligung der Kommunen und der Bürger des Schwalm-Eder-Kreises an den Windkraftanlagen, damit auch die Wertschöpfung in den Kommunen verbleibt. Zudem verspricht die eigene Beteiligung der Städte und Gemeinden eine zusätzliche Einnahmequelle für die defizitären Haushalte, die es zu nutzen gilt.

 

 

 

Kleinkraftwerke haben Hochkonjunktur: Erneuerbare Energien bringen Mehrwerte in die Region

Schwalm-Eder / Schwarzenborn. Kleine Kraftwerke mit einer Kapazität von unterhalb 30 Kilowatt Spitzenleistung werden immer beliebter. Mit 1.200 neuen Anlagen innerhalb eines Jahres liegt der Ausbau der erneuerbaren Energien im Landkreis erneut auf Rekordniveau.

Die von der E.ON als „Kreisliga“ bezeichnete Tabelle zeigt: In Knüllwald entstanden im Vorjahr die meisten neuen Photovoltaik-Anlagen (PV) . Repro: E.ON, kk

„Insgesamt speisen jetzt mehr als 6.250 Energieerzeugungsanlagen aus Solarenergie, Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse Strom in das Netz der E.ON Mitte im Schwalm-Eder-Kreis ein“, erklärte Thomas Keil, Leiter des Regionalzentrums Mitte des Energieversorgers, in einem Pressegespräch im Boglerhaus. Damit habe sich der Zuwachs in den vergangenen drei Jahren nahezu verdreifacht.

Als Netzbetreiber musste die E.ON rund 1,5 Millionen Euro in die Verstärkung ihrer hiesigen Stromleitungen stecken, um die zusätzlich erzeugte Spannung aufnehmen zu können.

Die wirtschaftliche Größenordnung der privaten Investitionen in die Photovoltaik rechnete Schwarzenborns Bürgermeister und erster Vorsitzender der Natrukraftregion, Jürgen Kaufmann, überschlägig vor: Bei 1.200 Anlagen der Größe  bis zu 30 kWp und bei etwa 2.000 Euro je kWp ergibt sich auf das Jahr 2011 ein privates Investitionsvolumen von etwa 72 Millionen Euro.

„Das ist eine Riesenchance zur Wertschöpfung in der Region“, ist sich Kaufmann sicher. Er verweist auf die zahlreichen heimischen Handwerksbetriebe, die an Bau und Wartung der Kleinkraftwerke beteiligt sind.

Naturkraft-Geschäftsführerin Dr. Brigitte Buhse ergänzt: „Das ist das stärkste Konjunkturprogramm der letzten Jahre. Die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende  ist eine historische Chance für den ländlichen Raum.“

Warum nicht auch für die Stadt? Dr. Buhse schmunzelt: „Stellen Sie sich einmal ein Biogaskraftwerk oder eine Windanlage auf dem Friedrichsplatz in Kassel vor.“

Die E.ON selbst hat auch personell in den EEG-bedingten Netzausbau investiert. Allein am Standort des Regionalzentrums Mitte in Borken sind neben dem Leiter Zentrale Funktionen, Michael Wissemann, noch zwanzig weitere Mitarbeiter beschäftigt. Sie werden ihre Beratungstätigkeit in den kommenden Jahren ausbauen, „um die Bürger bei der Energiewende mitzunehmen“ (Keil).

Eine weitere bedeutende Station auf dem Weg zur Energiewende sehen E.ON und Naturkraftregion im Ausbau der Windenergie im Schwalm-Eder-Kreis, da diese Anlagen über die besseren Wirkungsgrade und die per sé höhere Energieausbeute verfügen.

Quelle: Heimatnachrichten

 

Fernwärme auf dem Holunder in Körle  unwirtschaftlich 1

Nach einen Pressebericht in den Heimatnachrichten über die Fernwärme in Körle ist die Verärgerung der Kunden nach eigenen Einblick in den Abrechnungen verständlich. Die Wärmeabrechnungen wurden teilweise ohne Verbrauchsangaben der Holzhackschnitzel an die Wärmekunden berechnet, lediglich der Heizölverbrauch stand in den Abrechnungen, zum Vergleich ein Heizöllieferant betankt den Öltank ohne Mengenangabe und stellt dann eine Rechnung, unvorstellbar.

Ärgerlich sind dann die Verwaltungskosten die im Durchschnitt in 9 Jahren mit ca. 4000 Euro in den Abrechnungen einfließen. Durch die mangelhaften Abrechnungen und keine Angaben in den Abrechnungen über die Qualität der Holzhackschnitzel wurde für eine  wirtschaftliche Berechnung der Anlage die Balsampappel als Holzhackschnitzellieferant verwendet! Der Schüttraummeter Pappel hat bei einer Feuchtigkeit von 30% einen Heizwert von 665 Kw ( Buche mit 30 % Feuchte 1053 Kw) und ist der Hackschnitzel mit den geringsten Heizwert unter den herkömmlichen Hackschnitzeln. Nach Angabe der Gemeinde Körle werden Holzhackschnitzel von Sägewerken, Kronenholz und Restholz aus Baumfällarbeiten verwendet.

Berechnung Wirtschaftlichkeit von Fernwärme

Wichtig für die Wirtschaftlichkeit von Fernwärme ist die Fernwärmeleitung und die angeschlossenen Verbraucher.

Bei neuen erdverlegten Wärmenetzen und moderaten Vor- und Rücklauftemperaturen kann man von einer spezifischen Verlustleistung je Meter Wärmetrasse von ca. 20-30 Watt ausgehen. Das Rohrleitungsnetz im Wohngebiet Holunder in Körle beträgt nach einen Pdf Flyer der Gemeinde Körle 3,5 Km (Vor- und Rücklaufleitung).

Werden für die Berechnung 20 Watt je Meter Rohrleitungsnetz angenommen kann man im Jahr von 306600 Kw Verlustleistung entspricht 30660 Liter Heizöl ausgehen. Erhebliche Unterschiede in der Verlustleistung der Wärmetrasse kommt hinzu wenn die Trasse als Doppelleitung oder als Einzelleitung verlegt wurde.
Genaue Angaben über die Verlustleistung einer Fernwärmeleitung ist nur über einen Wärmemengenzähler direkt im Kesselhaus möglich, und kann am Abrechnungsstichtag über die verkaufte Wärme berechnet werden!

Die Ermittlung der Daten bezogen auf: 1 Liter Heizöl 10 Kw, 1 Schüttraummeter Holzhackschnitzel 665 Kw. Energieverbrauch (Holzhackschnitzel + Heizöl), der gesamte Wärmeverbrauch wurde aus den Heizkostenabrechnung entnommen.

Unverständlich die hohe Energieverbrauch in 2010 und 2011 gegenüber 2009 bei einer geringeren verkauften Wärmemenge in 2009 von 10 %.

  • Wirkungsgrad der Fernwärme 2009  80,02 %
  • Wirkungsgrad der Fernwärme 2010  53,36 %
  • Wirkungsgrad der Fernwärme 2011  58,86 %

Sollten einige Verbraucher am Holunder in Körle Investitionen in dem Bereich Wärmdämmung planen, ist der Schritt bei Fernwärme kontraproduktiv, die Wärmeabnahme wird noch geringer, und der Wirkungsgrad der Fernwärme schlechter der Arbeitspreis für die verbrauchte Energie aber höher.
Niedrigenergiehäuser an Fernwärme anzuschließen macht überhaupt keinen Sinn, die hohen Vorlauftemperaturen werden nicht benötigt lediglich für das Brauchwasser, der Kunde hat hier erheblich höhere Nebenkosten gegenüber Eigenversorgung. Zu den Verbrauchskosten  kommen Grundgebühren im Jahr z.B. bei einer 8 Kw Anschlußleistung von 270 Euro, für Reperaturen an der Wärmeübernahmestation ist der Kunde selbst verantwortlich und sind nicht in der Abrechnung enthalten.

Der Holzhackschnitzelkessel auf dem Holunder hat nach einen Pdf Flyer der Gemeinde Körle eine Wärmeleistung von 320 Kw, der Heizölkessel 870 Kw, angeschlossen sind nach Angabe der Heimatnachrichten 82 Grundstücke, eine Schule, Kindergarten und die Berglandhalle, danach kann der Holzhackschnitzelkessel an jedes Grundstück ca. 3,5 Kw Wärmeleistung liefern, ohne Einberechnung der Verlustleistung der Wärmetrasse, die fehlende Energie wird dann über den Heizölkessel bereitgestellt. Unter welchen Gesichtspunkt in das Projekt Fernwärme auf dem Holunder Fördergelder vergeben wurden  bleibt wohl ein Geheimnis der veranwortlichen Politiker.

Deutscher Solarpreis

Nach erneuter Rückfrage bei Eurosolar e.V. wird überprüft  ob die unteren Angaben der Gemeinde Körle benutzt werden dürfen.

Begründung: Die Gemeinde Körle versucht eine einstweilige Verfügung gegen den Artikel!

  1. Die Gemeinde Körle wurde u.a. für dieses Projekt im Jahr 2003 mit dem Deutschen Solarpreis ausgezeichnet.
  2. Die Gemeinde Körle erhielt im Jahr 2003 den Deutschen Solarpreis für diese Anlage, also in  jeder Hinsicht eine solide Sache.

Fazit

Eine Fernwärmeversorgung ist  sinnvoll und wirtschaftlich bei Versorgung von Stadtzentren, Hochhäusern und Verbrauchern mit hohen Energieverbrauch, für Versorgung von Wohngebieten mit Einfamilienhäusern aber ungeeignet, Biomassefernheizwerke machen da keine Ausnahme, sinnvoll nur wenn überschüssige Wärme aus Fabriken und Kraftwerken in das Netz eingespeist werden kann. Der günstige Preis der Holzhackschnitzel gegenüber konvetionellen Brennstoffen wird durch die Nebenkosten und  Wärmeverluste der Fernwärmeleitung erheblich reduziert, nachteilig wirken sich auch zusätzliche Wärmedämmmaßnahmen an den Häusern auf den Arbeitspreis aus.


Die größte Verlustleistung entsteht wenn über die Fernwärmeleitung in den  Sommermonaten nur noch das Brauchwasser beheizt wird, die Verlustleistung der Fernwärmeleitung kann jetzt höher sein als die benötigte Energie für die Brauchwasserladung.

1 Die unwirtschaftlichkeit bezieht sich auf den Wirkungsgrad der Fernwärme auf dem Holunder in Körle ohne  Berücksichtigung der Heizkosten an die Verbraucher!

 

Ökomodell zu teuer? Auf dem Hollunder in Körle: Häuslebauer klagen über zu hohe Kosten für die Nahwärme aus Holzhackschnitzeln

Körle. Das Neubaugebiet „Auf dem Hollunder“ in Körle ist ein ökologisches Vorzeigeprojekt in Nordhessen. Die Besonderheit: Ein mit Holzhackschnitzeln betriebenes Blockheizkraftwerk versorgt 82 umliegende Grundstücke, die Schule, den Kindergarten und die Berglandhalle mit Wärme und Warmwasser. Dafür gab es vom Land Hessen über 200.000 Euro Fördermittel. 2004 wurde die Anlage vom Verband Eurosolar sogar mit dem „Deutschen Solarpreis“ ausgezeichnet. Ein echtes Erfolgsmodell also – so schien es zumindest.

Immer wieder warb Körles Bürgermeister Mario Gerhold persönlich für die Bauplätze mit Anschluss an das Holzhackschnitzel-Blockheizkraftwerk „Auf dem Hollunder“. Foto: Bernhard

 

Bauplätze gut verkauft

Während in den letzten Jahren anderswo Bauplätze nur schwer zu verkaufen waren, gingen die Grundstücke „Auf dem Hollunder“ weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Bürgermeister Mario Gerhold wurde nicht müde persönlich um neue Interessenten zu werben. Seine Argumente: Geringe Investitionskosten, ein Beitrag zum Klimaschutz und preiswerte Wärmeversorgung. Worte, an die sich auch Familie Schmidt noch gut erinnert. Sie sagen: „Für uns war das ein wichtiges Kaufargument.“ Das war 2002. Doch jetzt, fast zehn Jahre später, herrscht Verbitterung. Grund sind die Kosten.

Falsche Versprechungen?

„Wir zahlen hier inzwischen doppelt soviel wie mit einer Gasheizung“, rechnet Renate Schmidt vor und legt die Heizkostenabrechnung ihrer Schwiegermutter auf den Tisch. Die zahlt in ihrem Baunataler Haus mit Gasheizung 770 Euro im Jahr für 11.892 Kilowattstunden Verbrauch, die Schmidts hingegen mussten 2011 für 12.646 Kilowattstunden 1.674 Euro zahlen. Was sie besonders wütend mache, sagt sie, sei, dass man ihnen beim Kauf des Grundstücks gesagt habe, der Preis für die Wärmeversorgung würde sinken, sobald noch mehr Häuser angeschlossen seien. Doch das Gegenteil sei der Fall. Von zunächst 4,1 Cent pro Kilowattstunde sei der Preis inzwischen auf 9,3 Cent gestiegen. „Und niemand weiß, was nächstes Jahr auf uns zukommt, denn die Abrechnung mit den Preisen gibt es immer nur rückwirkend.“

Mangelnde Transparenz?

Schon mehrmals, so sagt Renate Schmidt sei sie deshalb beim Bürgermeister vorstellig geworden. Doch der habe sie jedes mal abblitzen lassen. Ihr Mann Ingolf, der bei SMA arbeitet, betont: „Ich wäre ja gerne bereit etwas mehr zu zahlen, wenn ich damit unsere Umwelt schütze, aber das ist einfach zu viel.“ Es müsse bezahlbar bleiben. Damit stehen die Schmidts offensichtlich nicht allein. In einer Unterschriftenliste, die am Freitag Bürgermeister Gerhold überreicht wurde, fordern weitere 51 Haushalte von der Gemeinde „die Kosten zu überdenken“.

Ingolf Schmidt ärgert sich über die Kosten für die Wärmeversorgung im Neubaugebiet „Auf dem Hollunder.

 

Doch es sind nicht die Kosten alleine. Der Gemeinde wird auch mangelnde Transparenz vorgeworfen. So ist für Familie Schmidt nicht nachvollziehbar, wieso sich die Verwaltungskosten im Vergleich zum Vorjahr von 2.468 Euro auf 4.870 Euro erhöht haben. Auch wollen sie wissen, was mit den inzwischen gebildeten Rücklagen in Höhe von 139.000 Euro passiert? Grundsätzlich, so Renate Schmidt, würden die Nebenkosten in der jährlichen Abrechung nur ungenügend aufgeschlüsselt.

Ölkessel muss zuliefern

Körles Bürgermeister, von unserer Zeitung auf die Vorwürfe angesprochen, weist diese vehement zurück. Der Vergleich mit einer Gasheizung hinke, so Gerhold, der übrigens selbst „Auf dem Hollunder“ wohnt, denn schließlich gehe es nicht nur um die Verbrauchskosten. Die Bauherren hätten sich den Kauf einer Heizungsanlage und damit oft auch den Keller gespart. Auch müssten Kosten wie etwa die Abschreibung, Reparaturen und Wartung für einen Vergleich eingerechnet werden.

Dazu komme, dass mit Holzhackschnitzel derzeit nur 61 Prozent der im Neubaugebiet benötigten Energie erzeugt werden könne. Der Rest müsse über einen mit teurem Öl betriebenen Spitzenlastkessel zu geliefert werden. Vor diesem Hintergrund macht Gerhold eine ganz andere Rechnung auf: So sei der Heizölpreis seit dem Jahr 2000 um 241 Prozent gestiegen, der Nahwärmepreis in Körle dagegen nur um 211 Prozent. „Wer also glaubt, mit Öl billiger weggekommen zu sein, der muss mir das erst einmal beweisen“, so der Bürgermeister.

Vertrag unkündbar

Trotzdem wolle er auf den Unmut mit einer Anwohnerversammlung reagieren. Dort könne auch ein Beirat gegründet werden, der für mehr Transparenz sorgen könne. „Diese Versprechungen kennen wir schon“, sagt Renate Schmidt empört. Ihr schwebt inzwischen eine ganz andere Lösung vor:  „Wir würden lieber heute als morgen aus dem Vertrag über die Nahwärmeversorgung aussteigen“, betont sie. Doch der ist unkündbar.

Quelle: Heimatnachrichten

 

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