Malsfeld ist weit vorne

Vizelandrat Becker: Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird immer wichtiger

SCHWALM-EDER. Mit der Nähe zu Großbetrieben wie der Firma B. Braun in Melsungen steigt in den Kommunen offenbar die Nachfrage nach Krippenplätzen für Kinder im Alter bis zu drei Jahren. Spitzenreiter ist die Gemeinde Malsfeld, wo für 59 Prozent der Kinder bereits Krippenplätze zur Verfügung stehen.


Nachholbedarf gab es bisher in Schrecksbach und Ottrau, wo die Versorgungsquote bisher bei sieben, beziehungsweise 21 Prozent lag. Insgesamt 30 Plätze werden 2012 in diesen beiden Gemeinden geschaffen.
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werde immer wichtiger, erklärte Vizelandrat Winfried Becker. Die Öffnungszeiten seien unterschiedlich, oft könnten die Kinder aber bis zum späten Nachmittag in den Einrichtungen bleiben.

Mit der finanziellen Ausstattung durch Bund und Land ist Becker nicht zufrieden. In der im Jahr 2007 getroffenen Vereinbarung sei festgelegt worden, dass sich die Länder in derselben Höhe an den Investitionskosten beteiligen wie der Bund. Die Förderquote habe bis zu 90 Prozent betragen sollen. Davon könne keine Rede mehr sein. Die Förderquote liege unter 50 Prozent.

 

Auch die Betriebskosten-Förderung durch das Land könne darüber nicht hinwegtäuschen. Auf dieses Geld hätten die Kommunen ohnehin Anspruch. Für 2013 habe das Land weitere 570 000 Euro für Krippenplätze im Landkreis in Aussicht. Das Geld sei aber noch nicht bewilligt, und es werde auch bei weitem nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken. Insgesamt seien Projekte in einer Größenordnung von zwei Millionen Euro beantragt worden.

Unterschiedlich gut ausgestattet: Die Zahl der Plätze in Krippen und in der Tagespflege soll dieses
Jahr auf 1325 steigen. Der Versorgungsquote in den Kommunen variiert stark.

Grafik: HNA/Quelle: Landkreis

Sockelbetrag von 300 000 Euro

Aus seinem Investitionsprogramm werde das Land 2013 weitere 30,6 Millionen Euro für den weiteren Ausbau von Krippenplätzen zur Verfügung stellen, kündigte Susanne Andriessens, Pressesprecherin des hessischen Sozialministeriums, an. Alle Landkreise und kreisfreien Städte sollen nächstes Jahr einen Sockelbetrag von 300 000 Euro erhalten, der für den Ausbau von 20 weiteren Krippenplätzen ausreichen werde. Der verbleibende Betrag werde durch die Zahl der beantragten Plätze geteilt.


Nach der Anzahl der Plätze seien auch die 11,5 Millionen Euro vergeben worden, die für dieses Jahr aus dem Bundesprogramm zur Verfügung stehen. Frankfurt, das von allen Städten in Hessen in diesem Jahr die weitaus meisten Krippenplätze neu schaffen wolle, erhalte daher 2,6 Millionen Euro, erklärte Andriessens. Zum Vergleich: Für Kassel sind in diesem Topf 247 000 Euro enthalten, Wiesbaden wird mit 1,1 Millionen Euro bedacht, für Offenbach sind 140 000 Euro eingeplant. (hro)

Quelle: HNA