Das Land soll mehr für Kinderbetreuung zahlen

Diskussion um Finanzierung der Betreuung von Kindern unter drei Jahren

SCHWALM-EDER. Der Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren wurde im Kreistag erneut kontrovers diskutiert. Land und Bund sollen aufgefordert werden, Geld zur Verfügung zu stellen, um die Zahl der Plätze der gestiegenen Nachfrage anzupassen. Das Land lasse die Kommunen bei der Finanzierung im Regen stehen, kritisierte die SPD. Einem entsprechenden Antrag´von SPD und FWG stimmte eine Mehrheit des Parlaments zu. Die CDU scheiterte mit einem Antrag, wonach der Landkreis selbst 425 000 Euro für diesen Zweck zur Verfügung stellen sollte. Bedarf ist deutlich höher für den Schwalm-Eder-Kreis wolle das Land nur noch 167 000 Euro für weitere Krippenplätze zur Verfügung stellen, kritisierte Monika Vaupel (SPD). Das Geld reiche nur für eine weitere Gruppe. Der Bedarf sei aber deutlich höher. „Sechs Millionen Euro hat das Land von 2008 bis 2011 bereits für die U 3-Plätze zur Verfügung gestellt“, sagte Rudolf Amert. Es sei an der Zeit, dass sich auch der Landkreis selbst an den Kosten beteilige.

Auch das Angebot an Tagesbetreuung sollte nach Ansicht der CDU ausgebaut werden. Ähnlich formulierte es Dr. Ortwin Sprenger (FDP). In Hessen stünden für 2012 weitere 11,5 Millionen Euro aus Bundesmitteln zur Verfügung. Das Land steuere für 2012 und 2013 weitere 30,6 Millionen Euro bei. Alle Landkreise sollten davon einen Sockelbetrag von 300 000 Euro erhalten, was für 20 weitere Krippenplätze reiche. Der verbleibende Betrag solle durch die Zahl der beantragten Plätze geteilt werden, erklärte Sprenger.

Wird auch im Landkreis stark nachgefragt: Betreuung für Kinderunter drei Jahren.

Foto: Archiv

 

Das Geld reiche bei weitem nicht aus, meinte hingegen der Erste Kreisbeigeordnete Winfried Becker. 1,5 Millionen Euro würden im Schwalm-Eder-Kreis noch benötigt, um den derzeitigen Bedarf zu decken. Danach sollte für mindestens 37 Prozent der Kinder ein Krippenplatz angeboten werden. In Hessen sei man sich in allen Landkreisen – unabhängig von der politischen Ausrichtung – einig, dass das Land handeln müsse. „Die Kommunen bleiben auf den Kosten sitzen. Das ist ein unhaltbarer Zustand“, sagte Elke Kochler (FWG). Eine funktionierende Betreuung müsse aufgebaut werden, da das „Modell Oma oder Opa“ auch in ländlichen Regionen nicht mehr funktioniere. Aus Sicht der Grünen reicht es nicht, Plätze zur Verfügung zu stellen, es fehle auch an Personal und Material. „Bisher gibt es nur Absichtserklärungen, dass Kinder unter drei Jahren fachlich qualifiziert betreut werden“, sagte Margitta Braun. Die Erzieherinnen hätten aber keine Stunden mehr zur Verfügung.

 

Quelle:HNA