Weniger Erstklässler: 14 Klassen fallen weg

200 Kinder weniger eingeschult – Gymnasien leiden auch

SCHWALM-EDER. Es gibt immer weniger Schüler im Schwalm-Eder-Kreis. Deshalb wird es nach den Sommerferien weniger Grundschulklassen und auch weniger Lehrer geben. 1473 Schulanfänger werden nach den Sommerferien eingeschult. Das seien etwa 200 Schüler und ganze 14 Grundschulklassen weniger im Landkreis, sagt Marion Temme vom Staatlichen Schulamt.
Zu schaffen mache der stetige Rückgang den Grundschulen, aber auch schon den fünften und sechsten Klassen.
Überraschend ist, dass sich das momentan eher positiv auswirke. „Wir haben kleinere Klassen, das ist erstmal ein Vorteil für die pädagogische Arbeit“, erklärt sie. Derzeit sei die Schließung von Grundschulen kein Thema. Man denke allenfalls über gemeinsame Verwaltungseinheiten nach. Dennoch: Langfristig werde es zu Problemen führen. Für junge Lehrer sei es vor allem an nordhessischen Grundschulen schwierig, eine Stelle zu bekommen. Händeringend gesucht würden indes Förderschullehrer.


Während man sich an den Grundschulen noch arrangiert, plagt die Gymnasien ein anderes Problem: „Wir mussten zum ersten Mal an zwei Schulen je vier Lehrer abziehen“, sagt Rainer Walenzik, stellvertretender Leiter des Schulamtes. Getroffen habe es die Melsunger Geschwister-Scholl-Schule und das Schwalm-Gymnasium in Treysa. Grund dafür sei, dass in diesem Jahr wegen des doppelten Abiturjahrgangs so viele Schüler wie nie Abitur machten. Deshalb haben im kommenden Schuljahr die Gymnasien im Land auf einen Schlag deutlich weniger Schüler – Abitur nach 12 statt 13 Jahren bedeute, dass ein Jahrgang an den Schulen fehle. Im nächsten Jahr werde man bei der Fritzlarer König-Heinrich-Schule und der Homberger Theodor-Heuss-Schule Stellen kürzen müssen. Lehrer müssten daher flexibler werden, was ihre Einsatzorte angehe.

Nur eine Täuschung

MAJA YÜCE über die kleinen Schulklassen


Kleinere Grundschulklasen: Mehr pädagogischer Freiraum, intensiverer Unterricht und mehr Konzentration auf jeden einzelnen Schüler. Was sich für viele Eltern und auch Lehrer erstmal traumhaft anhört, ist letztlich eine Täuschung. Denn die kleineren Klassen sind nicht mehr und nicht weniger als die Vorstufe einer Entwicklung, die sich negativ auswirken wird. So viel steht fest: Sinken die Schülerzahlen weiter, wird man nicht umhin kommen, auch über die Schließung von Grundschulen nachzudenken.


Eine Diskussion, die vor allem den kleinen Städten und Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis richtig weh tut. Denn für sie ist es nicht nur ein sichtbares Zeichen dafür, dass der ländliche Raum heftig mit dem demografischen Wandel zu kämpfen hat, es ist für sie zudem ein Standortnachteil. Denn gerade junge Familien suchen sich ihre Wohnorte auch danach aus, wo der nächste Kindergarten, die nächste Grundschule ist. Kar ist, dort, wo es für Familien nicht reizvoll genug ist, wollen sie nicht leben – die Spirale dreht sich immer weiter.

Hintergrund

Islamunterricht an Grundschulen


An 27 hessischen Grundschulen beginnt nach den Sommerferien der Islamunterricht für Erstklässler. „In dieser Runde ist der Schwalm-Eder-Kreis noch nicht dabei. Der Schwerpunkt liegt in Südhessen“, sagt Christian Henkes, Pressesprecher des Hessichen Kultusministeriums.
In Nordhessen gibt es den Unterricht in Kassel. Unterrichtet wird in deutscher Sprache und nach staatlichen Lehrplänen. Als Kooperationspartner des Landes – vergleichbar mit der evangelischen oder katholischen Kirche für den christlichen Religionsunterricht – treten die Ditib- und die Ahmadiyya-Gemeinde auf. Vermutlich 2014/15 werde man das Angebot im Schwalm-Eder-Kreis machen. (may)

Quelle: HNA

 

 

 

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