Familie

Senioren-Wohnungen sind Mangelware

Im Landkreis werden 2035 rund 38 Prozent mehr Ältere leben

SCHWALM-EDER. Im Schwalm-Eder-Kreis werden in den nächsten Jahren 7 200 altengerechte Wohnungen fehlen. Das hat das Regionaldaten-Institut Pestel in seiner Studie „Wohnen 65plus“ festgestellt. Die Wissenschaftler aus Hannover geben erstmals auf der Grundlage der neuen Zensus-Zahlen eine Prognose für die Bevölkerungsentwicklung, teilt das Bündnis Wohnen 65plus mit, Auftraggeber der Studie (siehe Hintergrund).


Demnach werden im Jahr 2035 im Schwalm-Eder-Kreis 53 660 Menschen älter als 65 Jahre sein – das wären 38 Prozent mehr als heute. „Mit der starken Zunahme Älterer wird auch die Zahl der Pflegebedürftigen rasant wachsen“, sagt Studienleiter Matthias Günther. Die Prognose für den Schwalm-Eder-Kreis gehe von 11 300 Pflegebedürftigen im Jahr 2035 aus. „Bei dieser Entwicklung wird es höchste Zeit, barrierearme Wohnungen für Senioren zu schaffen. Ziel muss es sein, die älteren Menschen so lange wie möglich in ihren vier Wänden wohnen zu lassen. Abgesehen davon sei die Pflege in einem Heim wesentlich teurer.


Ein Pflegeplatz im Heim koste – im Vergleich zur ambulanten Pflege zu Hause –pro Jahr 7 200 Euro mehr. Verglichen mit dem Aufwand, der notwendig ist, um eine Wohnung altersgerecht zu sanieren, gehe die Rechnung schnell auf.
Insgesamt müssten im Landkreis 112 Mio. Euro in das altersgerechte Bauen investiert werden. Wichtig sei, dass finanzielle Anreize geschaffen würden: „Es ist dringend notwendig, den Neubau und das Sanieren von altersgerechten Wohnungen stärker zu fördern“, sagt Günther. Insbesondere der Bund sei gefordert.
Der Schwalm-Eder-Kreis dürfe nicht auf eine „graue Wohnungsnot“ zusteuern. Kommunen, aber auch Bundeswehr und Kirchen müssten mehr Grundstücke günstig für den Wohnungsbau zur Verfügung stellen.

Es ist auch eine Chance

MAJA YÜCE über Seniorenwohnungen


Eigentlich mag man kaum glauben, dass im Landkreis ein Mangel an Seniorenwohnungen herrscht und dieser noch wachsen wird. Denn kaum wird ein neues Wohnprojekt in den Städten und Gemeinden im Landkreis geplant, werden fast in einem Atemzug die Schlagworte seniorengerecht und barrierefrei genannt. Zuletzt war das in Fritzlar, Morschen und Knüllwald so.
Und: Das Schlagwort vom demografischen Wandel – der Überalterung – ist längst in aller Munde. Aber mit der theoretischen Erkenntnis kann die Praxis offenbar längst nicht mehr Schritt halten. Und das liegt nicht daran, dass Wohnraum fehlt. In den Dörfern gibt es Leerstände. Und es zieht immer mehr Senioren in die Zentren. Stadtwohnungen, von denen aus Geschäfte und Ärzte zu Fuß zu erreichen sind, stehen hoch im Kurs.
Für manche Kleinstadt kann das ein Chance sein, den Leerstand dort zu bekämpfen. Es muss nicht immer der Neubau sein: Wer sein Haus in der Innenstadt barrierearm umbaut, kann gewiss sein, Mieter zu finden.

Hintergrund

Bündnis gab Auftrag für Studie


Die Studie zum Senioren- Wohnen hat ein Verbändebündnis unter dem Namen „Wohnen 65plus“ in Auftrag gegeben. Dazu gehören der Sozialverband VdK Deutschland, der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure, die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerksund Wohnungsbau und der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel.
Die Verbände appellieren an die Bundestagskandidaten aller Parteien im Schwalm-Eder-Kreis, sich wesentlich stärker um dieses Sozialthema zu kümmern. Das Thema Wohnen im Alter dürfe nicht vernachlässigt werden, fordern sie. (red)

Quelle: HNA

 

 

 

Weniger Erstklässler: 14 Klassen fallen weg

200 Kinder weniger eingeschult – Gymnasien leiden auch

SCHWALM-EDER. Es gibt immer weniger Schüler im Schwalm-Eder-Kreis. Deshalb wird es nach den Sommerferien weniger Grundschulklassen und auch weniger Lehrer geben. 1473 Schulanfänger werden nach den Sommerferien eingeschult. Das seien etwa 200 Schüler und ganze 14 Grundschulklassen weniger im Landkreis, sagt Marion Temme vom Staatlichen Schulamt.
Zu schaffen mache der stetige Rückgang den Grundschulen, aber auch schon den fünften und sechsten Klassen.
Überraschend ist, dass sich das momentan eher positiv auswirke. „Wir haben kleinere Klassen, das ist erstmal ein Vorteil für die pädagogische Arbeit“, erklärt sie. Derzeit sei die Schließung von Grundschulen kein Thema. Man denke allenfalls über gemeinsame Verwaltungseinheiten nach. Dennoch: Langfristig werde es zu Problemen führen. Für junge Lehrer sei es vor allem an nordhessischen Grundschulen schwierig, eine Stelle zu bekommen. Händeringend gesucht würden indes Förderschullehrer.


Während man sich an den Grundschulen noch arrangiert, plagt die Gymnasien ein anderes Problem: „Wir mussten zum ersten Mal an zwei Schulen je vier Lehrer abziehen“, sagt Rainer Walenzik, stellvertretender Leiter des Schulamtes. Getroffen habe es die Melsunger Geschwister-Scholl-Schule und das Schwalm-Gymnasium in Treysa. Grund dafür sei, dass in diesem Jahr wegen des doppelten Abiturjahrgangs so viele Schüler wie nie Abitur machten. Deshalb haben im kommenden Schuljahr die Gymnasien im Land auf einen Schlag deutlich weniger Schüler – Abitur nach 12 statt 13 Jahren bedeute, dass ein Jahrgang an den Schulen fehle. Im nächsten Jahr werde man bei der Fritzlarer König-Heinrich-Schule und der Homberger Theodor-Heuss-Schule Stellen kürzen müssen. Lehrer müssten daher flexibler werden, was ihre Einsatzorte angehe.

Nur eine Täuschung

MAJA YÜCE über die kleinen Schulklassen


Kleinere Grundschulklasen: Mehr pädagogischer Freiraum, intensiverer Unterricht und mehr Konzentration auf jeden einzelnen Schüler. Was sich für viele Eltern und auch Lehrer erstmal traumhaft anhört, ist letztlich eine Täuschung. Denn die kleineren Klassen sind nicht mehr und nicht weniger als die Vorstufe einer Entwicklung, die sich negativ auswirken wird. So viel steht fest: Sinken die Schülerzahlen weiter, wird man nicht umhin kommen, auch über die Schließung von Grundschulen nachzudenken.


Eine Diskussion, die vor allem den kleinen Städten und Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis richtig weh tut. Denn für sie ist es nicht nur ein sichtbares Zeichen dafür, dass der ländliche Raum heftig mit dem demografischen Wandel zu kämpfen hat, es ist für sie zudem ein Standortnachteil. Denn gerade junge Familien suchen sich ihre Wohnorte auch danach aus, wo der nächste Kindergarten, die nächste Grundschule ist. Kar ist, dort, wo es für Familien nicht reizvoll genug ist, wollen sie nicht leben – die Spirale dreht sich immer weiter.

Hintergrund

Islamunterricht an Grundschulen


An 27 hessischen Grundschulen beginnt nach den Sommerferien der Islamunterricht für Erstklässler. „In dieser Runde ist der Schwalm-Eder-Kreis noch nicht dabei. Der Schwerpunkt liegt in Südhessen“, sagt Christian Henkes, Pressesprecher des Hessichen Kultusministeriums.
In Nordhessen gibt es den Unterricht in Kassel. Unterrichtet wird in deutscher Sprache und nach staatlichen Lehrplänen. Als Kooperationspartner des Landes – vergleichbar mit der evangelischen oder katholischen Kirche für den christlichen Religionsunterricht – treten die Ditib- und die Ahmadiyya-Gemeinde auf. Vermutlich 2014/15 werde man das Angebot im Schwalm-Eder-Kreis machen. (may)

Quelle: HNA

 

 

 

Arztbesuch mit Hindernis

Rollstuhlfahrer müssen oft lange Strecken zur nächsten stufenlosen Praxis zurücklegen

SCHWALM-EDER. Treppenstufen? Darüber habe er sich früher auch keine Gedanken gemacht, räumt Robert Weck ein. Früher, als er noch laufen konnte. Seit elf Jahren sitzt der 67-Jährige im Rollstuhl – und entdeckt überall Hürden für Menschen mit Behinderung.Was ihn besonders ärgert: Nur wenige Arztpraxen sind auf Patienten mit Handicap eingestellt. Weck ist Behindertenbeauftragter in Melsungen und lebt auch in der Bartenwetzerstadt. Doch zum Urologen fährt er nach Bad Wildungen, zum Augenarzt nach Kassel.

„Wir haben keine Lobby.“


R O B E R T W E C K B E H I N D E R T E N -B E A U F T R A G T E R

Denn die Praxen der meisten Fachärzte in Melsungen sind nur über eine Treppe zu erreichen – für Weck mit seinem Rollstuhl ein unüberwindbares Hindernis. „Das betrifft aber nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern auch ältere Menschen“, sagt er. „Wir haben eben keine Lobby, die unsere Interessen durchsetzt.“ Natürlich könnte er sich in Melsungen auch einen Fahrdienst bestellen und sich die Treppen hochtragen lassen.
„Dafür brauche ich dann aber erstmal einen Transportschein, den mir ein Arzt ausstellen muss.“ Diesen Aufwand scheut Weck – aber vor allem das Gefühl, beim Hochtragen zur Schau gestellt zu werden. „Man möchte sein Leben doch möglichst ohne fremde Hilfe auf die Reihe bekommen“, sagt er. Ähnlich wie Robert Weck ergeht es auch Christina Nickel. Sie ist Behindertenbeauftragte für die Stadt Homberg und sitzt wegen Multipler Sklerose ebenfalls im Rollstuhl.


„Mein Allgemeinmediziner muss bei mir Hausbesuche machen“, sagt sie, „in die Praxis komme ich nicht rein.“ Für andere Arztbesuche muss sie sich einen Krankenwagen rufen.
Robert Weck will sich mit dieser Situation nicht abfinden. „Patienten haben freie Arztwahl“, sagt er, „aber für Behinderte gilt das offenbar nicht.“ Sein Wunsch wäre ein runder Tisch mit den Ärzten: „Wir müssen diskutieren, was wir tun können.“

Er weiß aber auch, dass es wenig Möglichkeiten gibt, etwas zu ändern. Eine Rampe oder einen Fahrstuhl zu bauen, Türrahmen zu verbreitern – all das kostet Geld. „Die meisten Arztpraxen befinden sich ja in Privathäusern, und deren Eigentümer kann man nicht zum Umbau zwingen“, sagt Weck. Doch wenn einer anfangen würde, umzubauen, würden vielleicht andere nachziehen, hofft er. „Wir stehen bei der Barrierefreiheit erst am Anfang“, sagt Weck.

Quelle: HNA

 

Das Geld wird knapp

Land und EU kürzen Fördermittel für Berufsvorbereitung in der Jugendwerkstatt. Die Jugendwerkstatt Felsberg will benachteiligten Jugendlichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnen. Um diese Arbeit leisten zu können, ist die Jugendwerkstatt auf Fördermittel angewiesen – doch diese werden zunehmend gekürzt.

FELSBERG. Konzentriert beugen sich Fabian Schellinger (23) und Philipp Schmidt (18) über die Werkbank und schneiden helle Holzbretter in Form. Am anderen Ende der Werkbank sieht man schon, was aus den Holzstücken werden soll: ein Hocker, den man zusammenstecken kann. „Es macht Spaß, mit Werkzeug zu arbeiten“, findet Fabian. „Aber den Unterricht finde ich auch gut.“ Auf eine Tafel hat Jochen Guinand, Arbeitsanleiter in der Holzwerkstatt, mathematische Formeln geschrieben.
Denn Fabian und Philipp sollen nicht nur den praktischen Umgang mit Holz, Säge und Leim lernen, sondern auch die theoretischen Grundlagen: Wie berechnet man zum Beispiel einen Flächeninhalt?

An der Werkbank: von links Fabian Schellinger (23) und Philipp Schmidt (18) fertigen in der Holzwerkstatt Hocker. Ziel der Jugendwerkstatt ist, mit Firmen zusammenzuarbeiten, die den Jugendlichen Aufträge geben. Fotos: Féaux de Lacroix

Fabian und Philipp sind zwei von 34 Jugendlichen, die derzeit an der Berufsvorbereitung in der Felsberger Jugendwerkstatt teilnehmen. Ihre Gemeinsamkeit: Sie finden keinen Ausbildungsplatz, weil sie einen schlechten oder gar keinen Schulabschluss haben, nicht wissen, was sie beruflich machen wollen, persönliche Probleme haben. In der Jugendwerkstatt sollen sie fit für die Ausbildung werden. Im kommenden Ausbildungsjahr wird es dieses Angebot nur noch für 26 Jugendliche geben – denn die Mittel für das Projekt, das vom Land Hessen und aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert wird, werden gekürzt.

Dabei ist die Nachfrage nach der Berufsvorbereitung groß – vor allem in der Hauptschulgruppe, in der Jugendliche ihren Schulabschluss nachholen können. „Da müssen wir jetzt schon Bewerbungen ablehnen“, sagt Charlotte Müller, die bei der Jugendwerkstatt für die Berufsvorbereitung verantwortlich ist.Wenn die Mittel gekürzt werden, bedeutet das nicht nur, dass es weniger Plätze gibt – auch das Angebot der Jugendwerkstatt könnte darunter leiden. „Mit so wenig Leuten ist es schwierig, drei Produktionen aufzubauen“, erklärt Müller. Derzeit können die Jugendlichen noch zwischen den Werkstätten Holz, Metall und Hauswirtschaft wählen.

In der Metallwerkstatt: von links Efkan Celiker (19), Michelle Tauber (19) und Andre Kehl (18) bauen ein Rankgitter für Blumen.

 

„Wir müssen jetzt schon Bewerbungen ablehnen.“

Zur Berufsvorbereitung gehören auch drei Praktika, die die Jugendlichen in Betrieben ihrer Wahl absolvieren. Das soll später die Suche nach einem Ausbildungsplatz erleichtern.
Bei knapp 70 Prozent der Jugendlichen klappt das – so auch bei André Kehl. Der 18- jährige Morschener arbeitet in der Metallwerkstatt der Jugendwerkstatt. Doch sein Praktikum hat er in Heinebach beim Einzelhandel gemacht – und dort bot man ihm gleich einen Ausbildungsplatz an. Wieviele Jugendliche künftig noch eine solche Chance in der Jugendwerkstatt bekommen, hängt von den Fördermitteln ab.

Weniger Ausbildungsplätze

Früher wurden 30 im Jahr gefördert, zuletzt waren es nur noch fünf

Gekürzt werden nicht nur die Mittel für die Produktionsschule, sondern auch für die geförderten Ausbildungsplätze in der Jugendwerkstatt. Diese sind für Jugendliche gedacht, die Unterstützung brauchen, um eine Ausbildung abzuschließen – und somit auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben. Gefördert werden die Ausbildungsplätze vom Land Hessen, der Arbeitsverwaltung, der ARGE und dem Jugendamt. „Vor drei, vier Jahren konnten wir jedes Jahr noch 30 neue Ausbildungsplätze stellen“, berichtet Angelika Horstkotte- Pausch, Geschäftsführerin der Jugendwerkstatt. „Im vergangenen Jahr waren es nur noch fünf.“ Wieviele Ausbildungsplätze es in diesem Jahr geben wird, sei noch unklar:
„Die Ausschreibung der Arbeitsagentur ist erst im März“, erklärt Horstkotte-Pausch.

Fachkräftemangel

Zwischen 13 000 und 17 000 Euro im Jahr werden zur Finanzierung eines Ausbildungsplatzes benötigt – davon gehen etwa 5500 Euro für die Vergütung der Auszubildenden ab. „Viele Unternehmen klagen über Fachkräftemangel – daraus wird dann geschlossen, dass es keinen Bedarf für solche Förderprogramme gibt“, sagt Horstkotte-Pausch verärgert. „Das macht die Anstrengungen der Jugendlichen zunichte, die bei uns in die Berufsvorbereitung gegangen sind und danach auf einen geförderten Ausbildungsplatz gehofft haben.“
Für diese Jugendlichen gäbe es sonst kaum keine Alternative, sagt Horstkotte-Pausch. (jul)

H I N T E R G R U N D
Bis zu 11 000 Euro pro Jugendlichem 9000 bis 11 000 Euro gibt es pro Jahr für jeden Jugendlichen, der an der Berufsvorbereitung in der Jugendwerkstatt teilnimmt. Davon wird zum Beispiel auch das Personal der Jugendwerkstatt bezahlt, und die Fahrtkosten der Jugendlichen. „Wir arbeiten kostendeckend“, sagt Charlotte Müller. Ab und zu erhält die Jugendwerkstatt auch Spenden. (jul)


• Mehr Informationen: www.jugendwerkstatt-felsberg.de

Quelle: HNA

 

1900 ältere Menschen sind auf finanzielle Hilfe angewiesen

Schwalm-Eder. Die Armut nimmt im Schwalm-Eder-Kreis trotz guter Wirtschaftslage weiter zu - vor allem die Altersarmut. Waren es vor zwei Jahren noch etwa 1500 Empfänger von Grundsicherung im Alter, so sind es in diesem Jahr schon 1900. „Das sind 22 Prozent mehr“, sagte gestern Landrat Frank Martin Neupärtl. Altersarmut sei im Landkreis längst ein Thema. Daher brauche der Landkreis auch die Unterstützung des Landes, erklärte Neupärtl und richtete diesen Appell direkt an Ministerpräsident Volker Bouffier. Der war am Donnerstagmorgen zu Gast in Homberg und besuchte dort unter anderem den „Ein-Laden“ des Diakonischen Werkes.

 

 

Dieses Angebot am Obertor soll Teilhabe ermöglichen sowie Armut und Ausgrenzung bekämpfen helfen. Im „Ein-Laden“ ist neben einem Secondhand-Kleiderladen und einem Begegnungsbereich auch die Homberger Tafel untergebracht.

Ältere Leute schämen sich

Dort spürt man ebenfalls den Anstieg an hilfebedürftigen älteren Menschen: „Der Bedarf ist in diesem Jahr klar gestiegen, und es gibt eine hohe Dunkelziffer. Viele ältere Menschen schämen sich, und wir müssen sie überreden, Hilfe anzunehmen“, sagte Margret Artzt, die Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes im Landkreis. „Wir haben seit diesem Monat wieder eine Warteliste“, erklärte Peter Laukner, Koordinator der Tafel. 40 Menschen seien darauf notiert, fügte Barbara Redlich an. „Um so wichtiger ist es, dass die Arbeit des „Ein-Ladens“ noch bekannter wird“, sagte Artzt.

Der Besuch des Ministerpräsidenten sei eine Bestätigung dafür, dass es richtig ist, nicht nur für Menschen, sondern auch mit ihnen zu arbeiten. Leute, die von Armut betroffen sind, beteiligen sich ehrenamtlich an den Tätigkeiten im „Ein-Laden“. Zudem gibt es zwei Bürgerarbeitsplätze und Ein-Euro-Jobs.

Angebote nicht nur in Homberg

„Teilhabe ermöglichen - gegen Armut und Ausgrenzung im ländlichen Raum“, so lauten der Name und das Motto eines Arbeitsbereiches, durch den seit 2010 Projekte geplant und umgesetzt werden. Unter der Federführung von Jürgen Kurz wurde in Kooperation mit kirchlichen und diakonischen Einrichtungen, mit Vereinen und Verbänden in den vergangenen zwei Jahren ein größeres Projekt entwickelt: der Ein-Laden am Obertor in Homberg. Das Angebot richtet sich an alle Homberger. Weitere Aktivitäten und kleinere Projekte wurden bereits begonnen, wie der Gemeindemittagstisch in Ziegenhain, der Mach-mit-Treff in Fritzlar und der Borkener Fahrraddienst.

Quelle: HNA

 

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