Zum Glück nur eine Übung

Tag der Feuerwehr in Malsfeld – Schauübungen gewährten Einblick bei den Rettern

MALSFELD. Plötzlich ertönt ein lautes Tatütata und die Feuerwehr ist binnen weniger Augenblicke am Unfallort. Am Rathausplatz in Malsfeld soll es einen Verkehrsunfall mit einer verletzten Person gegebenhaben – zum Glück ist das nur eine Übung, organisiert zum Tag der Feuerwehr.
Nach dem Übungsdrehbuch wird eine Person mit Schere und Spreizer aus dem Auto gerettet. Kevin Schmitt spielt den Verletzten. Einsatzleiter Andre Hofmann macht sich zuerst ein Bild über die Unfalllage. Er klopft an die Scheibe und schaut, ob der Fahrer noch ansprechbar ist, testet, ob die Türen aufgehen. Schnell ist die Lage klar und die neun Einsatzkräfte der Feuerwehr Malsfeld und Beiseförth gehen an die Arbeit.

Zwei Feuerwehrsanitäter und ein Rettungsassistent übernehmen die Erstversorgung der Geretteten. Sylvio Hertwig, Jugendbetreuer beim THW Melsungen, zeigt, was der Einsatzwagen alles hat (rechts oben). Ralf Heberlein und Christian Smakulski waren mit der Drehkolbenpumpe da.

Moderator Sebastian Sobel erklärt die einzelne Schritte, die nötig sind, um Kevin sicher aus dem Auto zu retten. Jörg Hofmann klebt Folie auf die Fensterscheiben des Unfallwagens und schlägt die Scheiben ein. Mit dem Spreizer werden die Türen entfernt. Dabei geht es auch um die Sicherheit der Feuerwehrleute. Dann wird die Säge eingesetzt.

„So ein Tag bringt auch neue Mitglieder für die Feuerwehr.“
M A R I O  H E D D E R I C H

Einsatzleiter Andre Hofmann beobachtet seine Kollegen. Dann wird mit der Schere das Autodach abgeschnitten. Und weil Kevins Füße eingeklemmt sind, wird mit dem Hydraulikzylinder das Auto angehoben. Nun kann Kevin mit einer Trage gerettet werden. Tosender Applaus aus dem Publikum. „Wir veranstalten den Tag, weil wir gegen den Mitgliederschwund ankämpfen. So ein Tag bringt auch neue Mitglieder.
Wir haben mal mit 150 Mitgliedern angefangen. Jetzt sind es 220“, erzählt Mario Hedderich, Vereinsvorsitzender der Malsfelder Feuerwehr. Detlef Rostek und Jörg Brückmann haben einen Stand zur Brandschutzerziehung. „Wir gehen in Kindergärten und Schulen und erklären, wie ein Notruf funktioniert und wie man sich bei einem Brand im Haus verhält“, erzählt Rostek. An einem Modellhaus simulieren sie, was zu tun ist, wenn Rauch ausbricht. Nicht weit entfernt sitzen Sascha Potskai und Kai-Uwe Schulz und erklären die Rettungskarten für Autos. Sie geben Aufschluss, wo sich der Airbag befindet, der Tank, die Batterie und wo die Gurtstraffer sind. Auch das THW Melsungen war vertreten und präsentierte eine Drehkolbenpumpe in Aktion. „Die Pumpe wird eingesetzt, wenn auf Straßen zu viel Wasser fließt“, erklärt Christian Smakulski.
Und zum Schluss sind die Jugendfeuerwehren von Malsfeld und Beiseförth bei einem vermeintlichen Hausbrand in Aktion, bei dem zwei Menschen verletzt sein sollen. Der Nachwuchs hatte den Brand schnell unter Kontrolle. Die Verletzten wurden von Feuerwehrleuten und einem Rettungsassistent des Malteser versorgt.

Quelle: HNA