Ihr seid: selbst Schuld – Grenzerfahrung: Kirche kann auch anders

Malsfeld. Provokant, mutig und unberechenbar. Dafür steht der Name “Jackass”. Vielen auch aus der gleichnamigen MTV-Serie mit Johnny Knoxville bekannt. Doch was hat es mit “Jackass4Jesus” auf sich?

Jetzt wird’s ernst: Die Jackass4jesus-Crew sichert die Konfirmanden vor dem Abseilen. Fotos: Privat

Gefährliche Aktionen und offene Worte

Eine Gruppe aus knapp 15 Malsfelder Freunden hat sich vor einigen Jahren für den Ökumenischen Kirchentag in Berlin etwas besonderes einfallen lassen. Ziel war es nicht nur für sich selbst den Glauben an Jesus Christus zu wahren. Man wollte vielmehr den Mut aufbringen offensiv zu seinem Glauben zu stehen. In allen Lebenslagen und mit besonderen Aktionen.

“Jackass4Jesus” (J4J) wurde geboren. Eine brillante Idee, die seit der Gründung im Jahr 2003 einmal jährlich, meist im Rahmen eines Konfiwochenendes, in Malsfeld riesigen Andrang findet.

Mut gehört dazu: Beim Abseilen vom Kirchturm, aber wohl auch beim Bekenntnis zur Kirche.

Bei den Jackass4Jesus-Aktionen werden die Jugendgottesdienste zu 100 Prozent durch Konfirmanden gestaltet und von dem J4J-Team kräftig unterstützt. Kirche und Glauben werden für Jugendliche im Alter von 13 bis 20 Jahre lebendig dargestellt und vermittelt. Mischpulte, Lichtmaschinen, Videoprojektionen aber auch Livemusik kommt dabei zum Einsatz. Jeder der Konfirmanden findet seine persönliche Aufgabe und darf dabei durchaus provokant, mutig aber auch nachdenklich sein.

Die diesjährige Malsfelder Jackass4Jesus-Aktion stand unter dem Motto “Selbst Schuld”.

Aktionen wie das Abseilen vom Kirchturm, Singen vor Publikum, ein Videodreh und verschiedene Spiele rund um die Glaubensfrage wurden durchgeführt. Dabei scheute sich die Gruppe auch nicht politische Themen wie Rücktrittsforderungen, Tierschutz oder sogar Systemfehler der Regierung anzusprechen. Ein rasender Reporter traf dabei die wohl ungewöhnlichsten Malsfelder Bürger.

Über einen Punk der gegen das politische System war, bis hin zu einem Obdachlosen Alkoholiker der seinen ehemaligen Arbeitgeber traf und seine Schuldzuweisung eindeutig positionierte. Allen wurde die eine Frage gestellt, “wer hat Schuld?”. Das Ergebnis war für die Jugendgottesdienst Teilnehmer verblüffend und aufweckend zugleich. Denn Schuld sind komischerweise immer nur die anderen. Und MTV-Provokateur Johnny Knoxville wäre bei diesen Aktionen sicherlich auch etwas stolz auf seine kirchlichen Grenzgänger mit Heiligenschein gewesen.

Quelle: Heimatnachrichten