Erst viel Streit und dann wenig Nachfrage:

Pläne für Senioren in Malsfeld sind vorerst gescheitert

Malsfeld. Neues Leben wollte Malsfelds Bürgermeister Herbert Vaupel dem alten Sprudelhof einhauchen. Doch die einst hochfliegenden Pläne müssen vorerst beerdigt werden.Mit dem Büro für Bauwesen Hrycak, Löschner & Partner hat sich vergangene Woche auch der Investor für das geplante seniorengerechte Wohnen aus dem Vorhaben zurück gezogen. „Mangelndes Interesse von möglichen Käufern“, nennt Mitinhaber Peter Hrycak als Grund.

Aus der Ruine sollte eine Oase werden, so Malsfelds Bürgermeister Herbert Vaupel. Doch nun steht das groß angekündigte Projekt mit Ärztehaus und seniorengerechtem Wohnen auf dem Gelände des ehemaligen Sprudelhofes auf der Kippe. Foto: Pudenz

„Lügen-Affäre“


Schon vor Monaten waren die Pläne für ein Ärztehaus auf dem Gelände in einer öffentlichen Schlammschlacht untergegangen. In der sogenannten „Lügen-Affäre“ hatten sich Bürgermeister Vaupel und der ortsansässige Hausarzt Dr. Volker Iber nach gescheiterten Verhandlungen über die Miethöhe gegenseitig beschuldigt die Unwahrheit zu sagen. Auch der Versuch die Malsfelder Filiale der VR-Bank in das Vorhaben einzubinden scheiterte.

Doch Vaupel gibt sich unverdrossen: „Beschlusslage ist nach wie vor, dass die Gemeinde bestrebt ist seniorengerechtes Wohnen in Malsfeld zu ermöglichen“, so der Bürgermeister. Dies könne auch mit einem anderen Bauträger geschehen.

„Ich bin absolut sicher, dass ein Invest von statten geht“, betont Vaupel, „weil es ein attraktiver Standort ist“. Das Ärztehaus hingegen lasse sich „zur Zeit nicht realisieren“, räumt er ein.

Bisher hat die mit 7,3 Millionen Euro verschuldete Gemeinde rund 60.000 Euro in den Bebauungsplan und ein Gutachten für das Gelände gesteckt. Weitere 20.000 Euro sollen nun noch für die Innenhofgestaltung ausgegeben werden.

„Wir sind nicht Melsungen“, bedauert Lothar Kothe, Fraktionsvorsitzender der FWG das vorläufige Aus für das seniorengerechte Wohnen. Das Projekt müsse, um es zu retten, für potenzielle Käufer kostengünstiger werden.

Ähnlich sieht es der FDP-Kollege Ralf Urs Giesen: Auch er plädiert für eine abgespeckte Version ohne Ärztehaus und wirft gleichzeitig dem abgesprungenen Investor vor, zuwenig für die Vermarktung getan zu haben.

Quelle: Heimatnachrichten