Sicherheit nicht in Gefahr

Feuerwehren beklagen den Verlust ihrer Funktion als Stützpunktwehren

SCHWALM-EDER. Die Verträge mit den drei Stützpunktfeuerwehren, die ab 1. Januar kommenden Jahres ihren Status verlieren, wären ohnedies ausgelaufen, sagt Kreisbrandinspektor Werner Bähr. Wegen der geänderten Rettungsfristen muss der Landkreis nur noch vier statt sieben Stützpunktfeuerwehren unterhalten.

Ihren Status als Stützpunktfeuerwehr verliert auch die Feuerwehr Jesberg. Doch zugleich flatterte ein Brief vom Regierungspräsidium Kassel ins Rathaus, in dem die Wehr als „Feuerwehr mit Sonderaufgaben“ bezeichnet wird, berichtet Bürgermeister Günter Schlemmer.


Zu den Sonderaufgaben zählen unter anderem die Betreuung des Autobahnabschnitts von Borken bis Bischhausen und der Bundesstraße 3 sowie überregionale Aufgaben bei Hilfseinsätzen. „Durch die Hintertür behielt die Wehr ihre Aufgaben, doch die finanzielle Hilfen wurde gestrichen“, sagen Schlemmer und Wehrführer Bernd Viernau. Doch trotz des Verlustes der Stützpunktfunktion wollen sich beide nicht beklagen.

Im Einsatz: Die Feuerwehren, wie hier bei einem Unfall auf der A 49, stehen mit der Neuordnung der Rettungfristen vor neuen Herausforderung. Archivfoto: Zerhau/nh

Die Kellerwaldgemeinde erhielt in den vergangenen Jahren ein neues Feuerwehrauto und einen neuen Schulungsraum. „Erstmal stehen wir in Jesberg gut da“, sagt Schlemmer. Doch unklar sei, wie es künftig bei Neubeschaffungen mit Zuschüssen aussieht. Das sieht der Erste Kreisbeigeordnete Winfried Becker ähnlich. Dennoch: „Wir lassen die Wehren auch nach der Neuordnung nicht im Regen stehen.“ Vor allem aber werde durch die Neuordnung keine Sicherheitslücke im Brandschutz und bei technischen Hilfeleistungen entstehen.
Nach Darstellung von Becker und Bähr liege das daran, dass die Ausrüstung auf einem hohen Stand sei.

Als Beispiel nennen sie die Ausstattung mit Rettungsscheren. Sie gehörten heute zum Standard. Ähnlich sei es bei Tanklösch-Fahrzeugen, die in jeder Großgemeinde vorhanden seien, so dass sich die Gemeinden gegenseitig sogar schneller helfen können, als auf die Stützpunktwehr zu warten.

Quelle: HNA